Mittwoch, 19. März 2025

Hongkong, 2. Tag

Gestern Abend habe ich das Abendessen und die Show ausfallen lassen, denn ich war noch satt von meiner Nudelsuppe in Kennedy Town und das Bloggen hat sehr lange gedauert. Auf dem Schiff war es sowieso ziemlich ruhig, denn alle Weltkreuzfahrer (genauer: alle, die mehr als eine halbe Weltumrundung gebucht hatten) waren zu einem Kapitänsdinner in einem Hotel in Hongkong eingeladen. Es waren wohl ca. 1300 Gäste bei diesem Dinner und es soll ausgezeichnet gewesen sein. Für das Souvenir, einen Fächer mit dem eigenen Namen in chinesischen Schriftzeichen, musste man aber wohl 45 Minuten anstehen. Wir waren nicht dabei, denn wir hatten ja nur eine halbe Weltreise gebucht. 

Heute waren wir den ganzen Tag gemeinsam unterwegs mit Sue und Dan, den anderen beiden Geocachern an Bord. Es war sonniges Wetter, viel besser als gestern. Dann macht es auch gleich doppelt so viel Spaß, Fotos zu machen. Wir haben mehr oder weniger unseren Ausflug von vor sechs Jahren nach Ngong Ping wiederholt. Leider fuhr diesmal die Seilbahn nicht, aber es war trotzdem toll. Zunächst sind wir mit dem Shuttlebus nach Tsim Sha Tsui gefahren und haben wie gestern die Fähre hinüber zum Central Pier genommen. Von dort ging es mit der Schnellfähre nach Mui Wo auf der Insel Lantau. Unterwegs konnten wir die große Schrägseilbrücke Stonecutters Bridge und  in der Ferne auch das Haus mit dem Loch sehen. Das Loch hat man gelassen, damit der Drachen vom Berg zum Meer und zurück fliegen kann.

Stonecutters Bridge vor dem Containerhafen

In Mui Wo mussten wir 30 Minuten auf den Bus warten und haben in einer Bar etwas getrunken. Der Mixed Fruit Smoothie, den Sue und Dörte bestellt hatten, war echt lecker. 

Mixed Fruit Smoothie

Gegen 11:45 Uhr erreichten wir endlich unser Ziel Ngong Ping. Zunächst durchschritten wir die Allee der 12 himmlischen Generäle. Jeder General ist einem chinesischen Sternzeichen und damit einem Tier des zwölfjährigen Zyklus des chinesischen Kalenders zugeordnet. Dörte und Dan sind im Jahr des Hundes geboren, Sue im Jahr der Ratte und ich im Jahr des Hahns. Vor unseren jeweiligen Generälen ahmten wir deren Posen nach und hatten viel Spaß dabei.

Dörte: "Die Bürste ist mein Schwert!"

Vor dem himmlischen General des Hahns

Beschreibung "meines" Generals

Dann sind wir die vielen Stufen zum Big Buddha hochgestiegen. Dort befindet sich ein sehr alter Virtual Cache aus dem Jahre 2001. Der muss vor sechs Jahren auch schon dort gewesen sein, warum habe ich ihn damals nicht geloggt? Jetzt ist es jedenfalls nachgeholt und wir haben anschließend auch noch den traditionellen Cache oben beim Buddha gefunden. 

Dörte vor dem Aufstieg

Buddha von der Aussichtsplattform aus

Hier oben gab es sechs weitere Statuen

Der Buddha trägt übrigens auf der Brust eine Art Hakenkreuz, allerdings spiegelverkehrt und um 45 Grad gedreht. Ich habe es nachgeschlagen: Es handelt sich dabei wohl um ein hinduistisches Glückssymbol.

Das Kloster Po Lin, welches der Buddha-Statue gegenüber liegt, haben wir natürlich auch besucht. Dort gibt es einen Tempel mit drei großen Statuen und dahinter liegt dann der Tempel der 10000 Buddhas. Den durfte man nicht betreten. Ich fand die leuchtenden Farben und das schimmernde Gold ziemlich beeindruckend.

Halle des Skanda Bodhisattva

Halle der 10000 Buddhas

Dörte entdeckte eine Ähnlichkeit mit mir bei einem genauen Blick auf das Relief an einer Säule - was meint Ihr?

Sieht der mir wirklich ähnlich?

Wir aßen im Kloster zu Mittag in einem Fastfood-Restaurant für vegetarische Speisen. Sue und Dan hatten sich Nudeln mit Pilzen ausgesucht. Jeden der wenigen Pilze, die sie fanden, bejubelten sie wie das Auffinden eines Goldnuggets. Mein "Mixed Vegetarian" sah gut aus, vor allem die Farben: Braun, Gelb und Orange. Das braune Zeug war so eine Art Tofu, das orangene Zeug war möglicherweise eingelegter Kohl. Beides war immerhin essbar, auch wenn es eher Nahrung als Speise war. Das gelbe Zeug dagegen hatte eine noch merkwürdigere und zähe Konsistenz, es ließ sich mit dem Löffel nicht teilen. Und es schmeckte erbärmlich! Wenn Ihr mal hierher kommt, dann probiert lieber etwas anderes, z. B. Grüner-Tee-Kuchen.

Sah besser aus, als es schmeckte

Sue und Dan auf der Suche nach Pilzen

Bei der Rückfahrt kamen wir mit dem ersten Bus nicht mit, weil er voll war. Aber das war kein Problem, denn 10 Minuten später kam schon der nächste. Offensichtlich wurden zusätzliche Busse eingesetzt, weil die Seilbahn nicht fuhr. Mit dem Bus ging es nach Tung Chung und von dort nahmen wir die Metro. Natürlich erst, nachdem ich mir genügend Cola Zero gekauft hatte. Nachdem wir die Metro verlassen hatten, haben wir unsere Octopus-Karten zurückgegeben und bekamen zusammen etwa 350 Hongkongdollar zurück. Das sind immerhin fast 40 Euro. Es traf sich daher gut, dass wir den falschen Ausgang aus der Metro nahmen und auf dem Weg zum Shuttlebus noch auf die belebte Nathan Road kamen. Dort ist ein Geschäft neben dem anderen, also beste Gelegenheit, noch etwas Geld auszugeben. Da Dörte sich kein Kleid kaufen wollte, wurde es dann eine Krawatte für mich. Aus so einem richtigen Schneidergeschäft mit Krawatten, Fliegen, Schals und sonstigen Tüchern. Für die Anfertigung eines Maßanzuges hätte die Zeit aber nicht gereicht.

Der Shuttlebus erreichte das Kreuzfahrtterminal mehr als zwei Stunden vor Abfahrt. Das gab uns die Gelegenheit, auf der Dachterrasse des Terminals noch nach einem weiteren Geocache zu suchen.

Dachterrasse des Kreuzfahrtterminals

Außerdem konnten wir von dort ein Foto von den zwei Schiffen machen. Wieso zwei Schiffe? Heute früh hat neben unserer Queen Anne auch noch die Queen Elisabeth angelegt. Ganz nach dem Motto des Blogs: "Noch 'ne Queen!"

Zwei Queens hintereinander

Anmerkungen von Dörte:

Leider hatten wir nicht genug Zeit, um in das Cat Café zu gehen. (Kaffee trinken und dabei kleine Kätzchen streicheln! Süüüß!) Allein eine Stunde hätte ich mit Sicherheit schon gebraucht um Jan dazu zu überreden...

Cat Café im 3. Stock

Heute hat sich der neue Kapitän schon mal per Ansage vorgestellt. Ein Mann diesmal. Namen muss ich noch nachsehen. 

Nachtrag von Jan:

Ich habe jetzt festgestellt, dass Dörte und ich beide im Jahr des Hahns geboren wurden. Das ging nämlich vom 31. Januar 1957 bis zum 17. Februar 1958!

Karte:

3 Kommentare:

  1. So grimmig habe ich Jan noch nie gesehen - also negativ bzgl. Ähnlichkeit!

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  2. Die Ähnlichkeit der Körperhaltung war sicherlich gemeint, denn so stelle ich mir Jan beim Suchen von Caches vor.
    Liebe Grüße von Heide

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