Gestern Abend zeigte das Ensemble des Royal Theatre eine schwungvolle Tanzrevue, die viel von der Bühnentechnik verwendete. Insbesondere waren bewegliche Gegenstände und Videosequenzen im Einsatz, die in das Geschehen auf der Bühne integriert waren. Manchmal war es nicht hundertprozentig synchron, z. B. wenn das Hintergrundvideo negative - also weiße - Schatten der real vorgeführten Tanzbewegungen zeigen sollte. Meist war es aber einfach nur hervorragend. Der emotionalste Moment war aber der Schlussapplaus, denn das war die letzte Vorstellung dieser Truppe während der Weltreise. Ab Southampton werden sie alle ihre eigenen Wege gehen und man sah ihnen an, wie die Anspannung von ihnen abfiel.
Für heute hatten wir einen Mietwagen reserviert und sind mit den Geocachern Sue und Dan zum Vulkan Teide hochgefahren. Auf dem Hinweg haben wir die Route genommen, die auf dem Bergrücken verläuft und daher relativ langsam ansteigt. Nachdem wir die Wolkendecke durchstoßen hatten, gab es immer wieder Ausblicke auf den Teide und das Orotava-Tal. Man konnte wunderbar sehen, wie die Wolken das Orotava-Tal förmlich hochkrochen.
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| Wolken im Orotava-Tal |
An einem dieser Aussichtspunkte lag unser erster Cache des Tages. Die Geländewertung war 2,5 - trotzdem hat Dörte mir das Suchen verboten, weil es zu gefährlich sei. Flink wie zwei junge Hüpfer sind Sue und Dan an mir vorbei und nach oben gestürmt (dabei sind sie etwa 10 Jahre älter als wir!) und hatten bei der Suche natürlich Erfolg. Sie gaben Dörte aber insofern recht, dass sie eine Geländewertung von 4 für angemessen gehalten hätten.
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| Dan und Sue beim Klettern |
Einen weiteren Halt machten wir bei den Tuff-Formationen. Hier war einer der Earthcaches, die wir heute besucht haben. Das Besondere an diesem Cache war, dass man hier keine Fragen beantworten, sondern nur ein farbiges Bild malen musste. Wir haben Fotos gemacht und müssen noch künstlerisch tätig werden.
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| Imposante Tuff-Formationen |
Wir waren so rechtzeitig an der Seilbahnstation, dass wir vor der Bergfahrt noch einen Magneten kaufen konnten. Wir mussten eine Seilbahnfahrt mit Führung buchen, weil die passenden Termine sonst schon ausgebucht waren. Beim Einlass fragte man uns, ob wir die Führung wirklich machen wollten und wir sagten nein. Daraufhin durften wir sogar 10 Minuten früher schon nach oben und dem Führer wurde Bescheid gegeben, dass er nicht auf uns warten sollte. Geld gab's aber keines zurück …
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| Aussicht vom Teide in Richtung Orotava-Tal |
Oben angekommen sagte man uns, dass wir maximal eine Stunde Zeit hätten. Ich hatte vorher gedacht, dass das für einen Virtual, 3 einfache Earthcaches, 2 traditionelle Caches und eine Gesamtwegstrecke von 1000 Metern eigentlich reichen sollte. Pustekuchen, wir konnten nicht jede Frage sofort anhand von Erklärungstafeln beantworten und der erste traditionelle Cache wollte sich auch nicht sofort finden lassen. Dazu kam noch die Höhe von sagenhaften 3550 Metern, die vor allem Dörte und Sue zu schaffen machte.
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| Hier war der erste traditionelle Cache |
Dörte und Sue blieben also in der Nähe der oberen Seilbahnstation, währen Dan und ich uns auf den Weg zum Aussichtspunkt auf den Pico Viejo machten. Das war nicht weit, aber schwieriges Gelände. Ich hätte mir hier vernünftige Bergschuhe gewünscht, aber die hat man auf einer Kreuzfahrt meist nicht dabei. Der Weg hat daher viel länger gedauert als gedacht. Auf der halben Strecke war der nächste Earthcache an einem großen und verzweigten Schwefel-Loch. Daraus steigt Dampf mit Schwefelsäure auf, denn dies ist ein noch aktiver Vulkan.
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| Schwefel-Loch, daher die gelbe Farbe |
Die weiteren beiden Caches fanden wir am Aussichtspunkt dann ziemlich schnell. Bis hierhin darf man ohne weitere Erlaubnis gehen, für den Abstieg über den Pico Viejo muss man sich vorher beim Nationalpark anmelden. Das Problem war nun, dass wir die 500 Meter Wegstrecke überwiegend bergab gegangen waren. Bergauf war es zwar mit der Trittsicherheit einfacher, aber irgendwie wurde die Luft doch schnell knapp. Nach drei kurzen Pausen waren wir dann wieder bei Sue und Dörte.
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| Blick auf den Pico Viejo |
Das Meer und die anderen kanarischen Inseln konnten wir vom Teide aus leider nicht sehen, weil viel zu viele Wolken davor waren. Insgesamt waren wir etwas mehr als 1,5 Stunden hier oben. Wir hatten ein wenig ein schlechtes Gewissen, aber niemand hat das kontrolliert oder sich beschwert. Die Regelung zur Begrenzung der Anzahl der Menschen hier oben hat gut funktioniert. Nur wenige Meter von der Seilbahnstation entfernt war es total ruhig und Dan und ich konnten die Stille genießen.
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| Kurze Pause auf dem Rückweg |
Nach der Talfahrt sind wir in das Parador-Hotel gefahren, um zu Mittag zu essen. Dan und ich wählten papas arrugadas mit grüner und roter Soße, Sue Krabbensticks mit Avocado-Creme und Dörte eine Auswahl lokaler Käsesorten. Wir haben alle auch von den anderen probiert, das war genau der richtige Abschluss eines schönen Tages.
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| Papas arrugadas mit roter und grüner Soße |
Ganz zu Ende war der Tag aber noch nicht, wir mussten ja noch zurück, den Mietwagen abgeben und um 16:30 Uhr wieder an Bord sein. Als wir losfuhren, gab das Navi 15:55 Uhr als erwartete Ankunftszeit an. 10 Kilometer weiter war es schon 16:06 Uhr, denn wir hingen hinter einem Bus fest, der durch die Kurven nur ohne Gegenverkehr fahren konnte (und es gibt viele Kurven dort). Als der Bus nach rechts auf die Straße über den Bergrücken abbog, haben wir mutig den anderen Weg durch das Orotava-Tal gewählt. Da sagte das Navi als Ankunftszeit zwar 16:12 Uhr voraus, aber es war kein Grund zu sehen, warum die Ankunftszeit sich kontinuierlich weiter verzögern sollte. Naja, wegen Nebel und Tanken haben wir das Auto dann erst um 16:18 Uhr abgegeben. Auf dem Weg zum Schiff habe ich sogar noch Cola gekauft und pünktlich um 16:29 Uhr waren wir wieder an Bord.
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| Neuer Cola-Vorrat |
Ich musste dann noch zwei Runden auf dem Deck spazieren gehen, weil mir noch Schritte fehlten. Dabei habe ich genau beobachtet, wann die Gangway abgebaut wurde. Es war 17:05 Uhr! Die letzten Gäste kamen mit einem Taxi angerauscht und haben es noch an Bord geschafft. Von oben sah es so aus, als hätte das Paar heute geheiratet - ein schwungvoller Start in die Ehe!
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| Die letzten Gäste eilen zur Gangway |
Anmerkungen von Dörte:
Bin nervlich am Ende! 😩 Ich sah uns schon den Flieger nehmen!!!
Karte: