Sonntag, 27. April 2025

Mit Jana auf die Isle of Wight

Heute legten wir in Southampton an. Wir hatten uns mit unserer Tochter Jana verabredet, die in London lebt. Um 8:30 Uhr haben wir uns am Fährterminal für die Fähre zur Isle of Wight getroffen. So ein Wiedersehen nach 2,5 Monaten ist immer wieder ein tolles Erlebnis!

Wieedersehen mit Jana

Als Ausflugsziel hatte ich Osborne House auf der Isle of Wight herausgesucht. Dieser Palast war die Familienresidenz von Queen Victoria, hier hat sie viele Geburtstage und Weihnachtsfeste mit ihrer Familie gefeiert. Um dorthin zu kommen, waren zwei Fähren und ein Taxi nötig: Zuerst ging es mit der Schnellfähre in 28 Minuten nach West Cowes, dann 8 Minuten Fußweg durch das kleine Städtchen bis zur Floating Bridge. Das ist eine Fähre über den Fluss Medina, die durch einen Motor an einer quer durch den Fluss verlegten Kette gezogen wird. In echt hatte ich so etwas noch nie gesehen, ich kannte es aber schon aus einem Museum über die Elbschifffahrt. Mitte des 19. Jahrhunderts zogen Kettenschleppschiffe jeweils mehrere Schleppkähne entlang einer im Fluss verlegten Kette die Elbe hinauf.

Floating Bridge - eine Kettenfähre

Die restlichen zwei Kilometer sind wir dann mit dem Taxi gefahren. Das Anwesen liegt in einem riesigen Park, der bis zum 1,5 km entfernten Strand hinunter reicht. Die gepflegten Wege sind von blühenden Rhododendren umgeben und direkt am Haus gibt es einen formalen Garten mit Beeten voller bunter Tulpen.

Garten und Haus

Im Haus selbst gab es keine richtige Führung, aber sehr aufmerksame Museumswärter, die gute Geschichten über Queen Victoria, Prinz Albert und ihre Kinder erzählen konnten. Die Räume im Erdgeschoss waren repräsentativ eingerichtet, aber an den Wänden hingen nicht die Bilder von Vorfahren, sondern Gemälde von der eigenen Familie. Es war eben ein Familiensitz und für sie selbst eingerichtet, nicht für Staatsempfänge. 

Esszimmer mit Familiengemälden

Einen Festsaal gab's natürlich auch!

Im Obergeschoss, wo Schlaf- und Arbeitszimmer von Victoria und Albert waren, war es etwas einfacher eingerichtet. Dort hingen selbst gemalte Bilder (beide waren künstlerisch begabt), die meistens die Kinder darstellten. Keine teuren Tapeten oder Stoffe an den Wänden, sondern einfache Wandfarbe. Hier konnte man auch das Bett von Queen Victoria sehen. Sie hat Prinz Albert um 40 Jahre überlebt und bis zu ihrem Lebensende um ihn getrauert. An ihrem Bett ist ein Bild von seinem Totenbett montiert, damit sie immer neben ihm aufwachen konnte.

Bett von Queen Victoria

Wir haben noch einen Spaziergang zum Swiss Cottage gemacht. Dieses Haus liegt etwa einen Kilometer entfernt und wurde als eine Art Spielhaus für die Kinder gebaut. Dort hatten die Kinder auch einen eigenen Gemüsegarten, dessen Ernte Prinz Albert zu Marktpreisen aufkaufte. Im Haus gab es eine Küche mit einem mächtigen Holzherd, wie ihn Dörte noch von ihrer Oma kannte. Dort haben die Kinder auch kochen gelernt und durften manchmal für die Familie Gerichte zubereiten.

Es hat Spaß gemacht, auf diesem Gelände spazieren zu gehen. Es gab wirklich einen Eindruck, wie eine königliche Familie in der Mitte des 19. Jahrhunderts ihren Sommer verbracht hat. Zurück sind wir mit dem Bus zur Floating Bridge gefahren. Zeitlich klappte es mit den beiden Fähren gut und wir waren um 15 Uhr wieder in Southampton. Am Hafen gab es noch ein Abschieds-Selfie und wir kamen diesmal deutlich vor der All-Aboard-Time wieder aufs Schiff.

Abschieds-Selfie

An Bord haben wir unsere neue Kabine aufgesucht. Leider ist sie etwas kleiner als unsere vorherige und auch nicht so gut gelegen. Aber für 2 Nächte geht das problemlos. Über den gestrigen Abend kann ich noch berichten, dass das Warten auf die Aufzüge sehr lange dauerte, denn nur die eine Hälfte der Aufzüge war für die Passagiere vorgesehen. Die anderen wurden für den Gepäcktransport benötigt. 


Gepäck ohne Ende

Beim Abendessen haben wir ein Abschiedsfoto mit unserer Haupt-Serviererin Nichita aus Indien gemacht. Ab Southampton wird sie in einem anderen Restaurant an Bord arbeiten.

Abschiedsfoto mit Nichita

Anmerkungen von Dörte:

Übrigens durften die Kinder erst am Familientisch mitessen, wenn sie sich benehmen konnten! Also mit sechs Jahren oder so.

Technische Anmerkungen:

Aufgrund technischer Probleme ist dieser Blogeintrag zunächst in einem Entwurfsstadium veröffentlicht worden. Jetzt ist er vollständig!

Karte:

3 Kommentare:

  1. We were happy to hear you had a wonderful day with Jana. Thanks for the pictures. I think I could pick Jana out in a crowd. Her features are a wonderful combination of the both of you!

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    1. Thank you for this wonderful compliment!
      Greetings
      Jan, Darothy and Jana

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  2. Eine Kettenfähre gibt es auch bei mir in der Gegend, ich benutze sie einmal im Jahr bei einer Radtour.
    Kommt gut wieder zuhause an, der Blog war, wie immer, sehr lesenswert. Wir sehen uns in 3 Monaten, viele Grüße von Burkhard

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