Dienstag, 6. Mai 2025

Dank und Statistik

Wir haben uns inzwischen wieder gut eingelebt und bereiten gerade die Feier zu unserem 40. Hochzeitstag am kommenden Wochenende vor. Inzwischen steht sogar schon die Playlist für diese Feier, die Dörte ja eigentlich während der Kreuzfahrt vorbereiten wollte. Unser Kalender ist mit weiteren Terminen schon gut gefüllt: Wir freuen uns darüber, denn das bedeutet, dass wir demnächst viele Freunde und Verwandte wiedersehen werden. 

Die Magneten sind aufgehängt!

Diese Kreuzfahrt hat uns gut gefallen: Neue Häfen, Komplettierung einer Weltumrundung in westlicher Richtung, interessante Vorträge, neue Geocaching-Länderpunkte und für Dörte auch ein neuer Kontinent. Sie hatte großen Respekt vor Afrika, den sie jetzt verloren hat. Sie kann sich inzwischen sogar einen Urlaub in Namibia vorstellen, denn der Landausflug dort war einfach grandios. 

Es haben viele Personen dazu beigetragen, dass diese Reise so gut gelungen ist. Ihnen allen danken wir sehr und wir hoffen, dass wir in der folgenden Liste auch an alle gedacht haben.

Unser Dank geht an

  • unsere Kinder: Sie haben uns erlaubt, diese Reise zu unternehmen. Nach den Erfahrungen aus dem letzten Jahr war das alles andere als selbstverständlich. Darüber hinaus hat Beke sich um unsere Post gekümmert und Jana uns in Southampton besucht.
  • Kai, Nathalie und Luise sowie unsere Nachbarn im Gergenbusch: Sie haben auf unser Haus aufgepasst.
  • die Geocacher Dan und Sue: Wir haben einige fantastische Ausflüge zu Caches mit ihnen unternommen (Manila, Hongkong, Durban, Dakar und Teneriffa). Wer einen zweiten Blick auf diese Reise haben will, der kann Dans hervorragend geschriebenen Blog lesen. Hier findet man ihn auch in chronologischer Reihenfolge als PDF.
  • unsere Tischnachbarn Monica, Salvo, Denise und Martin: Wir kamen als Nachzügler an ihren Tisch der Weltreisenden und wurden gut aufgenommen. Monica und Salvo haben uns auf Ausflügen begleitet (Phu My und Port Klang) und Denise konnten wir zum Go-Spiel überreden.
  • Sue und Simon: Sie ermunterten uns in Kapstadt zum Probieren des Pinotage. Es wurde ein feuchtfröhlicher Nachmittag.
  • Ute und Michael: Sie verbrachten einen Cocktailabend der besonderen Art mit uns.
  • Nichita: Als Bedienung beim Abendessen war sie immer freundlich und zu einem Scherz aufgelegt.
  • unser Kabinensteward Dilmar: Wir waren außerordentlich zufrieden mit ihm. Er organisierte einen zweiten Stuhl für unsere Kabine, versorgte uns zuverlässig mit Keksen und Schokolade und fand sogar unser verloren geglaubtes Fernglas wieder.
  • alle Leser dieses Blogs: Wir freuten uns über das Interesse und die vielen wohlwollenden Kommentare.

Und jetzt die unvermeidliche Statistik:

Anreisetage2
Tage an Bord61
Hafentage21
Seetage38
Ein- und Ausschiffungstage2
Flugstrecke17924 km
Fahrstrecke der Queen Anne35977 km
Fahrstrecke mit Bussen202 km in 26 Bussen
Fahrstrecke mit Zügen105 km in 19 Zügen
Fahrstrecke mit weiteren Schiffen120 km in 11 Schiffen
Fahrstrecke mit Seilbahnen19 km in 9 Kabinen
Fahrstrecke mit Autos/Kleinbussen732 km in 8 Autos
Fahrstrecke mit Kutschen2 km in 1 Kutsche
Gesamtzahl gefundener Caches138
  davon Labcaches aus 24 Adventure Labs83
  davon Traditionelle Caches27
  davon Virtuelle Caches16
  davon Earth Caches7
  davon Mystery Caches4
  davon Wherigo Caches1
Anzahl neuer Geocaching-Länder (in fett gesetzt)5
Caches in Australien13
Caches in Philippinen4
Caches in Hongkong4
Caches in Vietnam2
Caches in Singapur2
Caches in Malaysia6
Caches in Mauritius2
Caches in Südafrika6
Caches in Namibia2
Caches in Senegal7
Caches in Spanien7

Letzte Anmerkungen von Dörte:

Also zu Statistik habe ich nun echt keine Anmerkungen. Obwohl?? Hmmm. Habe gebastelt: 1 Nadelkissen, 2 Nähsets, 1 Kofferanhänger, 3 Ketten, 1 Huggi-Bear, 1 Elefanten (mit Maßbandfüllung) und 3 kleine Stickereien!

Technische Anmerkungen:

Dies ist der letzte Beitrag dieses Blogs. Ich überlege noch, ob ich Landkarten für die Hafentage einfüge. In etwa 2 Wochen werde ich den Blog für Kommentare endgültig sperren.

Gibt es einen neuen Blog? Dörte hat es ja schon angekündigt, dass wir Mitte August bis Mitte September auf die britischen Inseln fahren werden. Hier ist der Blog dazu...

Dienstag, 29. April 2025

Wieder zuhause

Ankunft bei Sonnenschein

Elke hat uns mit unserem eigenen Auto am Kreuzfahrtterminal abgeholt und bereits um 11 Uhr waren wir zuhause. Wie schön, dass Freunde das Haus in der Zwischenzeit bewohnt hatten: Der Rasen war frisch gemäht, die Edelstahlspüle in der Küche blitzte wie seit ihrem Einbau nicht mehr, der Kühlschrank war gefüllt und wir fanden Willkommensgrüße auf dem Tisch. 

Willkommensgrüße

Gestern Abend sind wir schon um 19 Uhr zum Essen in die Artisan's Foodhall auf Deck 9 gegangen. Das ist ein Buffetrestaurant, allerdings mit Bedienung am Buffet. Dadurch konnten wir noch die erste Abendshow um 20 Uhr besuchen, das ist sonst unsere normale Tischzeit. Es spielten "The Three D's", drei Sänger, die im Outfit der 50er-Jahre Songs aus dieser Zeit spielten. Ich hätte gerne einen Link zur Verfügung gestellt, aber ich fand bei meiner Recherche nur einen Hinweis auf "The Three D's" aus den 50ern. Unsere Sänger sahen aber wirklich genauso aus und - auch wenn sie keine Webseite haben - konnten gut Stimmung machen. 

Anschließend waren wir kurz im Pub und haben am Food- und Drinks-Quiz teilgenommen. Nur 5 von 20 Fragen richtig! Aber woher soll man auch wissen, wovor man bei Arachibutyrophobie Angst hat? Dass der kommerziell erfolgreichste Schokoriegel Snickers und nicht Mars ist, hätte ich allerdings erahnen können …

Zum Abschluss des Abends haben wir uns mit unseren Schweizer Tischnachbarn und einigen weiteren deutschsprachigen Weltkreuzfahrern an der Bar getroffen. Ich wurde mit Strickjacke trotz des Gala-Abends nicht des Platzes verwiesen und wir konnten nachholen, was wir in Singapur nicht erledigt hatten: Das Genießen eines Singapore Slings.

Wir stoßen auf den Geburtstag unserer Tochter Beke an

Es war eine schöne Reise mit vielen tollen Erlebnissen und netten Begegnungen. Nach zwei Monaten freuen wir uns jetzt aber auch wieder zuhause zu sein.

Anmerkungen von Dörte:

Orakel: Ihr müssst nicht lange auf einen neuen Blog warten. Wahrscheinlich August/September wollen wir mit dem Auto in UK rumfahren. Wer will denn in dieser Zeit sein Haus renovieren??? Wir hätten ein Ausweichquartier anzubieten.

Technische Anmerkungen:

Hiermit endet die tägliche Berichterstattung, vielen Dank für das Lesen und Kommentieren des Blogs. Das ist immer wieder Ansporn gewesen, halbwegs pünktlich die Tageserlebnisse aufzuschreiben. In ein paar Tagen folgt ein letzter Beitrag mit ein wenig Statistik und Danksagungen und zwei Wochen später wird der Blog für Kommentare gesperrt werden.

Montag, 28. April 2025

Letzte Deckrunden

Heute früh habe ich meine letzten Runden an Deck absolviert. Insgesamt waren es wohl etwas mehr als 340 Runden an 37 Seetagen, deutlich über 200 Kilometer! Die See war heute wieder extrem ruhig und sah aus, als ob eine Frischhaltefolie darüber gezogen worden wäre. Alle Windräder, die wir in der Nordsee sahen, standen still. 

Da es der letzte Seetag ist, kann ich noch einmal etwas zu den offenen Fragen bezüglich der Painter Lines beitragen. Ich hatte darüber ja schon einmal berichtet und es gab etliche Kommentare dazu. Ich habe inzwischen mal gefragt und dabei wurde mir bestätigt, dass eine Painter Line wirklich das Seil ist, mit dem Rettungsboote am Schiff befestigt werden. Die Markierungen an Deck beziehen sich auf die Stellen, wo die jeweiligen Rettungsboote mit ihrer Painter Line befestigt wird.

Der Festmachpunkt für Rettungsboot Nr. 1

Joachim hatte vermutet, dass es sich um ein Seil handelt, an dem sich Leute außerhalb des Bootes festhalten können. Das gibt es auch, es ist eine Grab Line.

Grab Line am Rettungsboot

Martin vermutete ja, dass es die Seile seien, an denen ein Brett hängt für die Leute, die das Schiff von außen anstreichen. Hmm, angestrichen haben sie die Außenhülle des Schiffes während dieser Reise nicht, aber es gibt Körbe für die Fensterputzer. Auf jeder Seite gibt es zwei davon - einen für die Seitenfenster im Hauptrestaurant am Heck des Schiffes und einen zweiten für die Fenster der Bars und Lounges in der Mitte des Schiffes.

Korb für die Fensterputzer mittschiffs

Diese Körbe könnte man sicherlich auch für Malerarbeiten nutzen. Die großen Scheiben direkt über dem Antrieb werden nur mit Schläuchen abgespritzt. Das ist genau an unserem Tisch und einmal verwechselten wir die Reinigung mit einem heftigen Unwetter. 

Dörte hat heute die Gelegenheit genutzt, nochmal den Whirlpool zu benutzen. Der Sonnenschein lud heute geradezu dazu ein.

Dörte im Whirlpool

Heute Nachmittag gab es dann die üblichen Spiele: Im Go-Spiel mit sieben Vorgabesteinen konnte Dörte die Partie lange spannend halten, musste sich am Ende aber mit 11 Punkten geschlagen geben. Ich dagegen hatte gegen Dörtes unglaubliches Kartenglück bei der Streitpatience keine Chance!

Ich bin nicht einmal die Hälfte meiner Karten losgeworden!

Um 15 Uhr haben wir uns mit unseren Tischnachbarn Denise und Martin getroffen und noch ein paar Cocktails geschlürft. Wir werden das heute um 10 Uhr abends noch ein wenig fortsetzen.

Heute Abend ist noch einmal Gala-Abend, für uns ist das überraschend und ärgerlich. Meine Anzüge sind tief im gepackten Koffer. Dörte meint, dass ich mit Hemd, Hose, Krawatte und Strickjacke nicht aus dem Theater und der Bar verwiesen werde. Schauen wir mal, was kommt!

Anmerkungen von Dörte:

Also: Citrus Martini mit Zuckerrand - sehr lecker!!!

Ein Hoch auf unsere Tochter, die heute Geburtstag hat!!!!!!

Sonntag, 27. April 2025

Mit Jana auf die Isle of Wight

Heute legten wir in Southampton an. Wir hatten uns mit unserer Tochter Jana verabredet, die in London lebt. Um 8:30 Uhr haben wir uns am Fährterminal für die Fähre zur Isle of Wight getroffen. So ein Wiedersehen nach 2,5 Monaten ist immer wieder ein tolles Erlebnis!

Wieedersehen mit Jana

Als Ausflugsziel hatte ich Osborne House auf der Isle of Wight herausgesucht. Dieser Palast war die Familienresidenz von Queen Victoria, hier hat sie viele Geburtstage und Weihnachtsfeste mit ihrer Familie gefeiert. Um dorthin zu kommen, waren zwei Fähren und ein Taxi nötig: Zuerst ging es mit der Schnellfähre in 28 Minuten nach West Cowes, dann 8 Minuten Fußweg durch das kleine Städtchen bis zur Floating Bridge. Das ist eine Fähre über den Fluss Medina, die durch einen Motor an einer quer durch den Fluss verlegten Kette gezogen wird. In echt hatte ich so etwas noch nie gesehen, ich kannte es aber schon aus einem Museum über die Elbschifffahrt. Mitte des 19. Jahrhunderts zogen Kettenschleppschiffe jeweils mehrere Schleppkähne entlang einer im Fluss verlegten Kette die Elbe hinauf.

Floating Bridge - eine Kettenfähre

Die restlichen zwei Kilometer sind wir dann mit dem Taxi gefahren. Das Anwesen liegt in einem riesigen Park, der bis zum 1,5 km entfernten Strand hinunter reicht. Die gepflegten Wege sind von blühenden Rhododendren umgeben und direkt am Haus gibt es einen formalen Garten mit Beeten voller bunter Tulpen.

Garten und Haus

Im Haus selbst gab es keine richtige Führung, aber sehr aufmerksame Museumswärter, die gute Geschichten über Queen Victoria, Prinz Albert und ihre Kinder erzählen konnten. Die Räume im Erdgeschoss waren repräsentativ eingerichtet, aber an den Wänden hingen nicht die Bilder von Vorfahren, sondern Gemälde von der eigenen Familie. Es war eben ein Familiensitz und für sie selbst eingerichtet, nicht für Staatsempfänge. 

Esszimmer mit Familiengemälden

Einen Festsaal gab's natürlich auch!

Im Obergeschoss, wo Schlaf- und Arbeitszimmer von Victoria und Albert waren, war es etwas einfacher eingerichtet. Dort hingen selbst gemalte Bilder (beide waren künstlerisch begabt), die meistens die Kinder darstellten. Keine teuren Tapeten oder Stoffe an den Wänden, sondern einfache Wandfarbe. Hier konnte man auch das Bett von Queen Victoria sehen. Sie hat Prinz Albert um 40 Jahre überlebt und bis zu ihrem Lebensende um ihn getrauert. An ihrem Bett ist ein Bild von seinem Totenbett montiert, damit sie immer neben ihm aufwachen konnte.

Bett von Queen Victoria

Wir haben noch einen Spaziergang zum Swiss Cottage gemacht. Dieses Haus liegt etwa einen Kilometer entfernt und wurde als eine Art Spielhaus für die Kinder gebaut. Dort hatten die Kinder auch einen eigenen Gemüsegarten, dessen Ernte Prinz Albert zu Marktpreisen aufkaufte. Im Haus gab es eine Küche mit einem mächtigen Holzherd, wie ihn Dörte noch von ihrer Oma kannte. Dort haben die Kinder auch kochen gelernt und durften manchmal für die Familie Gerichte zubereiten.

Es hat Spaß gemacht, auf diesem Gelände spazieren zu gehen. Es gab wirklich einen Eindruck, wie eine königliche Familie in der Mitte des 19. Jahrhunderts ihren Sommer verbracht hat. Zurück sind wir mit dem Bus zur Floating Bridge gefahren. Zeitlich klappte es mit den beiden Fähren gut und wir waren um 15 Uhr wieder in Southampton. Am Hafen gab es noch ein Abschieds-Selfie und wir kamen diesmal deutlich vor der All-Aboard-Time wieder aufs Schiff.

Abschieds-Selfie

An Bord haben wir unsere neue Kabine aufgesucht. Leider ist sie etwas kleiner als unsere vorherige und auch nicht so gut gelegen. Aber für 2 Nächte geht das problemlos. Über den gestrigen Abend kann ich noch berichten, dass das Warten auf die Aufzüge sehr lange dauerte, denn nur die eine Hälfte der Aufzüge war für die Passagiere vorgesehen. Die anderen wurden für den Gepäcktransport benötigt. 


Gepäck ohne Ende

Beim Abendessen haben wir ein Abschiedsfoto mit unserer Haupt-Serviererin Nichita aus Indien gemacht. Ab Southampton wird sie in einem anderen Restaurant an Bord arbeiten.

Abschiedsfoto mit Nichita

Anmerkungen von Dörte:

Übrigens durften die Kinder erst am Familientisch mitessen, wenn sie sich benehmen konnten! Also mit sechs Jahren oder so.

Technische Anmerkungen:

Aufgrund technischer Probleme ist dieser Blogeintrag zunächst in einem Entwurfsstadium veröffentlicht worden. Jetzt ist er vollständig!

Karte:

Samstag, 26. April 2025

Letzter Gala-Abend

Gestern Abend war unser letzter Gala-Abend auf dieser Reise und ich hatte nichts anzuziehen! Das dachte ich jedenfalls bis etwa 17 Uhr, als doch noch meine beiden Anzüge aus der Bordreinigung zurückgebracht wurden. Es gab also auch keine Ausrede, ein letztes Mal haben wir uns fein angezogen.

Gala-Abend

Dieses Abendessen fiel durch zwei Dinge auf: Zunächst einmal war der Service nicht so gut wie sonst, d. h. das Essen kam nicht gleichzeitig an und die Teller waren teilweise schon kalt. Was der Grund dafür war, war nicht auf den ersten Blick ersichtlich, denn ungewöhnlich voll war das Restaurant nicht. Vor dem Dessert gab es dann aber eine Premiere seit der Covid-Zeit: Es gab eine Parade der Köche, Sommeliers und Servierer aus weit über 50 Nationen. Sie haben ihre Landesfähnchen geschwenkt und von uns ihren verdienten Applaus erhalten. 

Parade der Köche und Servicekräfte

Wir waren in der zweiten Sitzung für das Abendessen und sicher hat es die Parade auch für die erste Sitzung gegeben. Ich vermute, dass das für ein wenig Stress und Zeitdruck sorgte, was aber sicherlich nicht vorkommen sollte. Ein weiterer Punkt für Dörtes konstruktive Feedback-Liste.

Am frühen Abend hatten wir gestern übrigens eine Begegnung mit der Queen Mary 2, die von Cadiz nach Southampton unterwegs ist und uns locker überholt hat. Meine Schätzung ist, dass sie etwa zwei Knoten schneller fuhr als wir.

Queen Mary 2 fährt uns davon!

Heute gab es einen Workshop der Musicaltruppe von "I wish my life were a musical" im Queen's Room. Wir waren nur etwa 20 Zuhörer und mussten am Ende unter 4 potentiellen neuen Songs abstimmen wie beim Eurovision Song Contest. Es gewann eine Nummer über Musical-Künstler, die als Ersatz geplant waren und als Platzanweiser aushelfen mussten. Der Komponist Alexander S. Bermange hat die Melodie erklärt, denn sie enthielt unglaublich viele Anspielungen auf Ouvertüren bekannter Musicals. Sie waren gerade so kurz, dass er nicht verklagt werden konnte, und gerade lang genug, dass automatisch das Gefühl aufkam, eine Ouvertüre zu hören. 

Musical-Workshop

Danach gab es ein Kurzfilmfestival von Filmen, die Gäste nur mithilfe ihrer Smartphones erstellt hatten. Insgesamt waren es 14 Kurzfilme, viele davon könnte man als Urlaubsdokumentation bezeichnen. Drei Filme hatten eine richtige Storyline: Ein fehlgeschlagener Bankraub, eine Jagd nach dem Mann der nur mit dem Bademantel herumlief und Szenen auf der Laundrette. Ich fand es lustig, vor allem die Szenen in der Laundrette.

Wir sind jetzt dabei zu packen, denn morgen müssen wir die Kabine wechseln. Noch haben wir nicht einmal die Karten für die neue Kabine, aber nachdem das gestern mit dem Anzug geklappt hat, klappt's mit den Kabinenkarten ja vielleicht auch noch!

Anmerkungen von Dörte:

In der Kunstgalerie gibt es u.a. Kunstdrucke von Tom Butler:

Bitte die Lion King Werbung genau ansehen!


Freitag, 25. April 2025

Matinee

Gestern Abend spielten "The Revolvers" und brachten "Sound of the Sixties" auf die Bühne. Das hat uns super gefallen, neben Medleys der Superhits von den Rolling Stones und den Beatles waren auch Titel vieler anderer Bands aus dieser Zeit zu hören, z. B. von Gerry and the Pacemakers und The Monkees.

Heute war für uns die Passkontrolle durch die UK, die an Bord durchgeführt wurde. Eigentlich wäre unser Deck erst am Nachmittag dran gewesen, aber da wollten wir zum Musical. Frecherweise haben wir uns in die Vormittagskontrolle reingeschmuggelt, was absolut kein Problem war. Es hat nicht einmal 10 Minuten gedauert.

Zu Mittag haben wir uns noch einmal mit den Geocachern Sue und Dan zu einem gemeinsamen Lunch im Lions Pub getroffen. Sie gehen übermorgen in Southampton von Bord und werden Sues Schwester in Schottland besuchen, bevor sie nach Iowa zurückkehren. Sie haben uns zu sich nach Hause eingeladen und wir haben sie auch eingeladen, uns einmal zu besuchen. Das klingt für uns nach einem neuen Projekt, Caches in allen Staaten der USA zu finden - aber sicher nicht mehr in diesem Jahr!

Um 14:15 gab es dann eine zweite Matinee der Show, die ich gestern verpasst hatte: I wish my life were like a musical. Diese Show lief auch schon am Londoner Westend, sie dauerte daher mit 75 Minuten auch deutlich länger als die üblichen Abendshows. Es wurde in mehreren einzelnen Songs dargestellt, was man als angehender Musicalstar so erlebt und was bei Aufführungen alles schief gehen kann. Besonders lustig waren die Songs über den fehlenden Ton am Piano und der darauf folgende spontane mehrfache Wechsel der Tonart, die Darstellung von Ablenkungen im Zuschauerraum (Husten , Rascheln, Smartphone benutzen, auf Klo gehen usw.) und die Probleme beim Bühnenkuss, wenn der Partner Mundgeruch hat. Aufgrund des Englischen haben wir nicht alle Gags verstanden, aber doch genug, um großen Spaß zu haben.

I wish my life were like a musical

Wir freuen uns jetzt auf die letzten Tage und auch schon ein bisschen auf Zuhause.

Anmerkungen von Dörte:

Unsere Tischnachbarin hat tatsächlich mehr als 500,-- Dollar für zwei Behandlungen im Schönheitssalon ausgegeben: Hautdiagnose, Massagen und Mikroinfusionstherapie. Ein Schnäppchen!

Habe ich nicht besucht!

Donnerstag, 24. April 2025

Kein Meisterwerk

Heute früh habe ich ausgeschlafen und meine Deckrunden erst um 9:30 Uhr begonnen. Die Vorträge am Vormittag waren nicht so interessant und ich habe die Zeit genutzt, um die Logs für die gestern gefundenen sieben Geocaches zu schreiben. Darunter waren ja vier Earthcaches und ein virtueller Cache. Für diese Cachetypen muss man Antworten ermitteln und an den Cache-Owner senden, bevor man den Cache als gefunden loggen darf. Ich habe fast zwei Stunden am Computer gesessen - unter anderem deshalb, weil ich ein Bild malen sollte.

Ist kein Meisterwerk geworden!

Die Vorlage aus der Natur

Nach dem Mittagessen habe ich mit Dörte eine Go-Partie mit acht Vorgabesteinen nur knapp verloren. Danach wollte ich um 14:15 Uhr eine Musicalvorstellung besuchen, aber dafür war es leider zu spät, denn wirklich alle Plätze im Theater waren schon besetzt. Es gab I wish my life were like a musical, das hätte ich mir gerne angesehen. Vielleicht kommt es ja nochmal bis Southampton. Stattdessen habe ich dann mit Dörte am Pool Streitpatience gespielt - immerhin erzielte ich ein Unentschieden. 

Danach war ich noch beim Pubquiz als Teil eines internationalen Teams aus Australien, den USA und Deutschland. Zusammen hatten wir 12 von 20 Fragen richtig. Keiner von uns wusste, wo der Muffin Man wohnt oder wer im Original-Cartoon Danger Mouse die Stimme geliehen hat. Naja, gleich vier Teams hatten alle Fragen richtig …

Anmerkungen von Dörte:

Heute ist Donnerstag, also Perry Rhodan Tag! 

Habe auf Deck gelesen, bis die Cocktailparty begann - zu der wir dieses Mal nicht eingeladen waren. Habe aber vom oberen Deck sehen können, dass wieder die gleiche (wahrscheinlich die selbe) Torte gebracht wurde und dass der Sekt schon eine halbe Stunde vorher eingeschenkt wurde. Der kann nicht mehr geschmeckt haben. 

Mittwoch, 23. April 2025

Teide

Gestern Abend zeigte das Ensemble des Royal Theatre eine schwungvolle Tanzrevue, die viel von der Bühnentechnik verwendete. Insbesondere waren bewegliche Gegenstände und Videosequenzen im Einsatz, die in das Geschehen auf der Bühne integriert waren. Manchmal war es nicht hundertprozentig synchron, z. B. wenn das Hintergrundvideo negative - also weiße - Schatten der real vorgeführten Tanzbewegungen zeigen sollte. Meist war es aber einfach nur hervorragend. Der emotionalste Moment war aber der Schlussapplaus, denn das war die letzte Vorstellung dieser Truppe während der Weltreise. Ab Southampton werden sie alle ihre eigenen Wege gehen und man sah ihnen an, wie die Anspannung von ihnen abfiel.

Für heute hatten wir einen Mietwagen reserviert und sind mit den Geocachern Sue und Dan zum Vulkan Teide hochgefahren. Auf dem Hinweg haben wir die Route genommen, die auf dem Bergrücken verläuft und daher relativ langsam ansteigt. Nachdem wir die Wolkendecke durchstoßen hatten, gab es immer wieder Ausblicke auf den Teide und das Orotava-Tal. Man konnte wunderbar sehen, wie die Wolken das Orotava-Tal förmlich hochkrochen.

Wolken im Orotava-Tal

An einem dieser Aussichtspunkte lag unser erster Cache des Tages. Die Geländewertung war 2,5 - trotzdem hat Dörte mir das Suchen verboten, weil es zu gefährlich sei. Flink wie zwei junge Hüpfer sind Sue und Dan an mir vorbei und nach oben gestürmt (dabei sind sie etwa 10 Jahre älter als wir!) und hatten bei der Suche natürlich Erfolg. Sie gaben Dörte aber insofern recht, dass sie eine Geländewertung von 4 für angemessen gehalten hätten.

Dan und Sue beim Klettern

Einen weiteren Halt machten wir bei den Tuff-Formationen. Hier war einer der Earthcaches, die wir heute besucht haben. Das Besondere an diesem Cache war, dass man hier keine Fragen beantworten, sondern nur ein farbiges Bild malen musste. Wir haben Fotos gemacht und müssen noch künstlerisch tätig werden.

Imposante Tuff-Formationen

Wir waren so rechtzeitig an der Seilbahnstation, dass wir vor der Bergfahrt noch einen Magneten kaufen konnten. Wir mussten eine Seilbahnfahrt mit Führung buchen, weil die passenden Termine sonst schon ausgebucht waren. Beim Einlass fragte man uns, ob wir die Führung wirklich machen wollten und wir sagten nein. Daraufhin durften wir sogar 10 Minuten früher schon nach oben und dem Führer wurde Bescheid gegeben, dass er nicht auf uns warten sollte. Geld gab's aber keines zurück … 

Aussicht vom Teide in Richtung Orotava-Tal

Oben angekommen sagte man uns, dass wir maximal eine Stunde Zeit hätten. Ich hatte vorher gedacht, dass das für einen Virtual, 3 einfache Earthcaches, 2 traditionelle Caches und eine Gesamtwegstrecke von 1000 Metern eigentlich reichen sollte. Pustekuchen, wir konnten nicht jede Frage sofort anhand von Erklärungstafeln beantworten und der erste traditionelle Cache wollte sich auch nicht sofort finden lassen. Dazu kam noch die Höhe von sagenhaften 3550 Metern, die vor allem Dörte und Sue zu schaffen machte. 

Hier war der erste traditionelle Cache

Dörte und Sue blieben also in der Nähe der oberen Seilbahnstation, währen Dan und ich uns auf den Weg zum Aussichtspunkt auf den Pico Viejo machten. Das war nicht weit, aber schwieriges Gelände. Ich hätte mir hier vernünftige Bergschuhe gewünscht, aber die hat man auf einer Kreuzfahrt meist nicht dabei. Der Weg hat daher viel länger gedauert als gedacht. Auf der halben Strecke war der nächste Earthcache an einem großen und verzweigten Schwefel-Loch. Daraus steigt Dampf mit Schwefelsäure auf, denn dies ist ein noch aktiver Vulkan. 

Schwefel-Loch, daher die gelbe Farbe

Die weiteren beiden Caches fanden wir am Aussichtspunkt dann ziemlich schnell. Bis hierhin darf man ohne weitere Erlaubnis gehen, für den Abstieg über den Pico Viejo muss man sich vorher beim Nationalpark anmelden. Das Problem war nun, dass wir die 500 Meter Wegstrecke überwiegend bergab gegangen waren. Bergauf war es zwar mit der Trittsicherheit einfacher, aber irgendwie wurde die Luft doch schnell knapp. Nach drei kurzen Pausen waren wir dann wieder bei Sue und Dörte.

Blick auf den Pico Viejo

Das Meer und die anderen kanarischen Inseln konnten wir vom Teide aus leider nicht sehen, weil viel zu viele Wolken davor waren. Insgesamt waren wir etwas mehr als 1,5 Stunden hier oben. Wir hatten ein wenig ein schlechtes Gewissen, aber niemand hat das kontrolliert oder sich beschwert. Die Regelung zur Begrenzung der Anzahl der Menschen hier oben hat gut funktioniert. Nur wenige Meter von der Seilbahnstation entfernt war es total ruhig und Dan und ich konnten die Stille genießen.

Kurze Pause auf dem Rückweg

Nach der Talfahrt sind wir in das Parador-Hotel gefahren, um zu Mittag zu essen. Dan und ich wählten papas arrugadas mit grüner und roter Soße, Sue Krabbensticks mit Avocado-Creme und Dörte eine Auswahl lokaler Käsesorten. Wir haben alle auch von den anderen probiert, das war genau der richtige Abschluss eines schönen Tages.

Papas arrugadas mit roter und grüner Soße

Ganz zu Ende war der Tag aber noch nicht, wir mussten ja noch zurück, den Mietwagen abgeben und um 16:30 Uhr wieder an Bord sein. Als wir losfuhren, gab das Navi 15:55 Uhr als erwartete Ankunftszeit an. 10 Kilometer weiter war es schon 16:06 Uhr, denn wir hingen hinter einem Bus fest, der durch die Kurven nur ohne  Gegenverkehr fahren konnte (und es gibt viele Kurven dort). Als der Bus nach rechts auf die Straße über den Bergrücken abbog, haben wir mutig den anderen Weg durch das Orotava-Tal gewählt. Da sagte das Navi als Ankunftszeit zwar 16:12 Uhr voraus, aber es war kein Grund zu sehen, warum die Ankunftszeit sich kontinuierlich weiter verzögern sollte. Naja, wegen Nebel und Tanken haben wir das Auto dann erst um 16:18 Uhr abgegeben. Auf dem Weg zum Schiff habe ich sogar noch Cola gekauft und pünktlich um 16:29 Uhr waren wir wieder an Bord.

Neuer Cola-Vorrat

Ich musste dann noch zwei Runden auf dem Deck spazieren gehen, weil mir noch Schritte fehlten. Dabei habe ich genau beobachtet, wann die Gangway abgebaut wurde. Es war 17:05 Uhr! Die letzten Gäste kamen mit einem Taxi angerauscht und haben es noch an Bord geschafft. Von oben sah es so aus, als hätte das Paar heute geheiratet - ein schwungvoller Start in die Ehe!

Die letzten Gäste eilen zur Gangway

Anmerkungen von Dörte:

Bin nervlich am Ende! 😩 Ich sah uns schon den Flieger nehmen!!!

Karte:

Dienstag, 22. April 2025

Cocktails mal anders

Gestern Abend hat sich unser gesamter Tisch beim Abendessen ausgeklinkt, wir hatten schon genug Gala-Abende. Dörte und ich mussten uns aber trotzdem fein anziehen, denn wir hatten erstmalig eine Veranstaltung in der Bright Lights Society gebucht. Das ist so eine Art Club mit kleiner Bühne und nur etwa 50 Sitzplätzen, deshalb muss man seine Teilnahme an einer Veranstaltung vorab buchen. Die Uhrzeiten sind meist so, dass es mit unseren Tischzeiten nicht so gut passt, deshalb haben wir diesen Raum bisher etwas links liegen gelassen. Die Veranstaltung hieß "Bitter Sweet Symphony" und versprach, dass der Geschmack von drei Cocktails durch optische, akustische und musikalische Reize modifiziert würde. Die Cocktails waren inbegriffen, dafür zahlten wir dann jeweils 46 US-Dollar.

Ankündigung zum Cocktailabend

Begrüßt wurden wir von Dr. Gusto in einem pinken Anzug, der uns mit den Begriffen crossmodal correspondence und neurogastronomy vertraut machte. Wir würden in drei Welten geführt werden und dürften die jeweils dazu servierten Cocktails nur genau nach Anweisung zu uns nehmen. 

Dr. Gusto, Moderator und Leiter des Experiments

Die erste Welt war pink, süß und voller Cupcakes. Der Cocktail dazu war mit eßbarer Zuckerwatte verziert und durfte erst zusammen mit einem nachgereichten Cupcake genossen werden. Lecker und mit Cupcake dazu noch leckerer.

Lady Cupcake singt

Die zweite Welt war dunkel mit Lichtblitzen zu klassischer Pianomusik. Dazu gab es eine gute Rum-Mischung, einen Cocktailshaker mit stark kondensiertem Espresso, Eiswürfel und eine kleine Dose mit Schokobohnen. Leider war der Cocktailshaker nicht dicht und ich bekleckerte mich heftig. Der Rum schmeckte alleine sehr gut, mit Espresso und Eiswürfeln fand ich es furchtbar. Dann hab ich's auch noch falsch verstanden: Ich habe alle Schokobohnen in den Cocktail getan, aber sie haben sich nicht aufgelöst. Es schmeckte immer noch furchtbar und jetzt sah es auch furchtbar aus. Die anderen Gäste haben die Schobohnen zum Cocktail gegessen, das soll besser gewesen sein.

Die dritte Welt war in blau und grün gehalten und wurde von einer Akrobatin begleitet. Als Cocktail wurde etwas mit Gin serviert, die weiteren Zutaten waren mir nicht klar. Für mich war der Drink etwas zu sauer, aber die anderen Gäste fanden ihn wohl am besten. Und ich bin mir fast sicher, dass die Akrobatin mein Geschmacksempfinden nicht beeinflusst hat! Insgesamt war es aber eine nette Erfahrung.

Der dritte Cocktail

Danach mussten wir noch etwas essen und sind in die Artisan's Foodhall auf Deck 9 gegangen. Dort haben wir das angeregte Gespräch mit unseren Tischnachbarn vom Cocktail-Event fortgesetzt. Und bevor alles weg war, haben wir noch etwas von dem großartig aufgebauten Osterschokoladenbuffet genascht.

Oster-Schokoladen-Buffet

Heute früh war es bei meinen Runden auf Deck schon fast etwas kühl, nur ca. 18 Grad. Man merkt, dass wir die Tropen schon verlassen haben. Am Nachmittag habe ich zunächst den letzten Vortrag des Astronomen John Maclean besucht. Er berichtete über die Gefahr, dass die Erde von einem Asteroiden getroffen werden könnte. In der Tat werden bekannte erdnahe Objekte laufend gescannt und die Gefahr nach der Turiner Skala eingestuft. Richtig verlassen kann man sich auf dieses Scannen allerdings nicht, wie der Meteorit von Tscheljabinsk aus dem Jahre 2013 zeigt. Der kam aus der Richtung der Sonne und war deshalb nicht vorab zu entdecken.

Um 14 Uhr gab es dann ein Konzert des Tenors Russell Watson. Er trat bereits gestern Abend im Royal Theatre auf - aber da waren wir ja bei den Cocktails. Er begann mit "O sole mio" und danach folgten eine Arie aus Nabucco und viele bekannte moderne Songs. Bei "Volare" mussten wir mitsingen und zwar zunächst rechte Hälfte gegen linke Hälfte des Publikums. Ich war in der Siegerhälfte, unglaublich! Anschließend haben wir dann die Dezibelwerte vom Konzert gestern Abend gemeinsam überboten.

Nur stehend konnten wir laut genug mitsingen!

Schließlich bin ich noch zur Frage- und Antwortrunde der Vortragenden gegangen. Unter anderem wurden sie gefragt, was die bewegendsten Interaktionen mit dem Publikum in ihrer Laufbahn als Cruise Speaker gewesen seien. Die Geschichte der Karikaturistin Helen Pointer fand ich dabei ganz besonders: Sie suchte jemanden aus dem Publikum und hatte Blickkontakt mit einer Dame, die sie dann auf die Bühne bat. Komisches Getuschel bei den Zuschauern. Helen Pointer fragte die Dame, was ihr schönstes Erlebnis auf dieser Kreuzfahrt gewesen sei. Antwort: "Dass ich weitergemacht habe!" Weiteres Getuschel. Helen, die gar nicht wusste, was los war, fragte nach: "Womit weitergemacht?" Es stellte sich heraus, dass ihr Ehemann auf der Reise verstorben war. Und die Dame erklärte dann, dass sie so lange auf die Reise gespart hätten und dass ihr Mann gewollt hätte, dass sie weitermachte. Ein paar Tage später kam die Dame zu Helen und bedankte sich. Erst nachdem sie öffentlich darüber gesprochen hatte, haben die anderen Gäste ihre Sprachlosigkeit überwunden und sie wieder angesprochen.

Anmerkungen von Dörte:

Wahrscheinlich wird dieser Abend eingehen in Jans Anekdotensammlung von „die einzigen Male, an denen ich Kaffee getrunken habe“. (Knast, Vorstellungsgespräch, medizinische Untersuchung und jetzt noch Cocktails mit Dörte)

Montag, 21. April 2025

Deutsches Mittagessen

Gestern Abend waren wir zu müde, um noch zur Show zu gehen. Aber ich kann für vorgestern noch nachtragen, dass wir Tiano gesehen haben. Tiano steht für Tenor und Piano, also Shimi Goodman als Tenor und Chris Hamilton als Pianist. Wir kannten sie noch vom Vorjahr, wo sie auch auf der Queen Victoria aufgetreten waren. Die Show hat uns auch dieses Mal gut gefallen. Sie treten häufiger in London auf, da hat man vielleicht einmal die Gelegenheit, eine längere Version dieser Show zu sehen. Ihre Version von Maria aus Westside Story ist sehenswert.

Heute gab es den letzten Vortrag von Dr. Chris Martin, dem Medizinrechtler. Er stellte die Frage, ob einem eigentlich seine eigene DNA gehöre. Er gestaltete das Ganze als Gerichtsverhandlung und brachte Argumente dafür und dagegen. Wir durften nachher als Publikum abstimmen und es ging 50% zu 50% aus. Ich fand die Argumente teilweise nicht passend, weil er sich auf den Besitzbegriff konzentriert hat. Dafür müsse DNA eine physische Sache sein, die man besitzen und transportieren könne. Die DNA-haltige Schicht in einer zentrifugierten Blutprobe erfüllt zumindest viele dieser Kriterien. Mir fehlte der Vergleich mit einem Bild oder einer Idee, also die Betrachtung von DNA als reiner Information. Dann ginge es um Copyright und um Verwertungsrechte, das erschien mir angemessener. Funfact: Wenn man DNA als Sache auffasst, dann erhält man das Eigentumsrecht darüber nach britischem Recht erst mit dem 30. Geburtstag. Die DNA gehört schließlich den Eltern und wenn diese 30 Jahre lang keinen Anspruch darauf erhoben haben, geht das Eigentumsrecht auf den Besitzer über. Genau wie bei jedem anderen aufgegebenen Gegenstand.

Mittags gab es heute ein gemeinsames Essen für die deutschsprachiges Gäste. Es gab Spanferkel, Jägerschnitzel, Weißwurst, Käsekrainer, Sauerkraut, Spätzle, Kartoffelsalat, Kaiserschmarrn mit Pflaumenkompott und Schwarzwälder Kirschtorte. Könnte es häufiger geben. 

Copyright A. Kniesel, CC BY-SA 3.0 
via Wikimedia Commons

Wir saßen mit einem Paar am Tisch, welches im Gästechor mitsingt. Das muss wohl etwas merkwürdig sein, denn Cunard hat die Kosten gescheut, Noten zu kaufen. Das große Konzert gibt es am 25. April im Royal Theatre, vielleicht gehen wir dahin.

Anmerkungen von Dörte:

Da heute das Wetter ausgesprochen schlecht war (bedeckter Himmel und nur 19 Grad - brrr), war die Craftgruppe gut mit Damen gefüllt. Mein Nadelkissen ist fertig! Jetzt kommen afrikanische Ketten dran. 

Nadelkissen

Sonntag, 20. April 2025

Senegal, Dakar

Heute sind wir im Senegal in Dakar an Land gegangen. Das ist die äußerste westliche Spitze von Afrika, dieser Ort war also schon vor Jahrhunderten von großer strategischer Bedeutung. Einerseits war die Überfahrt nach Amerika von hier am kürzesten und anderseits gab es hier eine gute Gelegenheit, um Proviant aufzunehmen und Reparaturen am Schiff durchzuführen.

Wir haben uns diesmal auf einen Ausflug der Reederei verlassen und besuchten die Insel Gorée. Diese Insel war ein Zentrum des Sklavenhandels. Die Insel ist 1978 zum Weltkulturerbe erklärt worden, um daran zu erinnern. Wie umfangreich diese Zwangsverschiffung war, ist nicht ganz klar: Die Führer sprachen von 20 Millionen, in der deutschen Wikipedia wird der atlantische Sklavenhandel auf 12 Millionen Sklaven geschätzt. Wir haben ein als Museum umgewidmetes Sklavenhaus besichtigt, welches als Gefängnis für 150 bis 200 Sklaven gedient hat. Die  Bedingungen für die Sklaven waren unglaublich schlecht: In engen Zellen saßen sie dichtgedrängt mit angeketteten Händen. Von diesen Häusern hat es etwa 20 Stück auf dieser kleinen Insel gegeben.

Door of no return

Nach der Besichtigung des Sklavenhauses haben wir uns zusammen mit den Geocachern Sue und Dan von der Gruppe abgesetzt und die Insel auf eigene Faust erkundet. Wir kannten ja Uhrzeit und Treffpunkt für die Fähre zurück. Das war eine gute Entscheidung, denn die Gruppe war viel zu groß, als dass man etwas Sinnvolles von der Führung hätte mitnehmen können. Zum Glück hielt die Insel einige Caches bereit: 3 Traditionelle Caches, 3 Earth Caches, 1 Mystery Cache und einen Adventure Lab. Wir konnten sie alle finden, das war ein voller Erfolg für die Statistik, denn das sind etwa 10% der Geocaches im gesamten Senegal!

Überall wurden Bilder verkauft, hier ein Quilt.
Der Baobab-Baum war ein beliebtes Motiv.

Die Caches führten uns über die ganze Insel, von den Kanonen aus dem zweiten Weltkrieg im Süden über die Kirche bis zum Freiheitsdenkmal im Norden. Dabei blieb neben dem Cachen auch noch Zeit fürs Shoppen. Es gab kleine Märkte und wenn man erst einmal etwas gekauft hat - in diesem Fall 3 Magnete für insgesamt 5 Euro - soll man gleich noch mehr kaufen. Dörte kann dann nicht nein sagen und schon sind die nächsten 30 Euro futsch. Und dann kommt die nächste Frau an und bettelt, dass man doch auch in ihrem Laden einkaufen solle (Ergebnis: Eine Tasche für 5 Euro).

Kanonen im Süden der Insel

Kirche

Freiheitsdenkmal

Ganz besonders hat es uns gefallen, dass uns zwei Caches bis zur Südspitze der Insel führten. Dieser Weg wird von den Führern nicht angepriesen, er ist für Touristenmassen auch nicht geeignet. Und wenn man nicht weiß, wo der Pfad beginnt, dann findet man ihn auch nicht so leicht. Dementsprechend war es dort, nur wenige Schritte neben dem Touristenstrom, ganz einsam.

Basaltstrukturen an der Südspitze


Auf dem Rückweg erstanden Sue und Dan dann noch einige Bilder. Offensichtlich muss man hier handeln, der Preis ging runter von einem Bild für 80 Dollar auf 3 Bilder für 75 Dollar. Nach dem Abarbeiten aller Caches haben wir uns ein kühles Bier gegönnt. Lecker!

Ein Bier nach getaner Arbeit

Die Fähre ist so rechtzeitig wieder am Schiff angekommen, dass ich noch einen Ausflug machen konnte, um Cola zu besorgen. Google Maps verriet mir einen Supermarkt, der auch am Sonntag geöffnet war und nur 1,5 km entfernt lag. Auf dem Weg konnte ich noch kurz den Unabhängigkeitsplatz von Dakar sehen.

Handelskammer am Unabhängigkeitsplatz

Anmerkungen von Dörte:

Ich habe natürlich Stoff gekauft um afrikanische Einflüsse in meinen demnächst entstehenden Quilt einfließen zu lassen!🤣

Hat er nicht schöne gequiltete Kleidung?

Und ich bin heute um 5.30 Uhr aufgestanden um den 6.00 Uhr Gottesdienst zu besuchen! War aber nicht so schön wie in Reinbek. Man darf auf dem Schiff keine Kerzen entzünden und das fehlt. 

Karte: