Sonntag, 20. April 2025

Senegal, Dakar

Heute sind wir im Senegal in Dakar an Land gegangen. Das ist die äußerste westliche Spitze von Afrika, dieser Ort war also schon vor Jahrhunderten von großer strategischer Bedeutung. Einerseits war die Überfahrt nach Amerika von hier am kürzesten und anderseits gab es hier eine gute Gelegenheit, um Proviant aufzunehmen und Reparaturen am Schiff durchzuführen.

Wir haben uns diesmal auf einen Ausflug der Reederei verlassen und besuchten die Insel Gorée. Diese Insel war ein Zentrum des Sklavenhandels. Die Insel ist 1978 zum Weltkulturerbe erklärt worden, um daran zu erinnern. Wie umfangreich diese Zwangsverschiffung war, ist nicht ganz klar: Die Führer sprachen von 20 Millionen, in der deutschen Wikipedia wird der atlantische Sklavenhandel auf 12 Millionen Sklaven geschätzt. Wir haben ein als Museum umgewidmetes Sklavenhaus besichtigt, welches als Gefängnis für 150 bis 200 Sklaven gedient hat. Die  Bedingungen für die Sklaven waren unglaublich schlecht: In engen Zellen saßen sie dichtgedrängt mit angeketteten Händen. Von diesen Häusern hat es etwa 20 Stück auf dieser kleinen Insel gegeben.

Door of no return

Nach der Besichtigung des Sklavenhauses haben wir uns zusammen mit den Geocachern Sue und Dan von der Gruppe abgesetzt und die Insel auf eigene Faust erkundet. Wir kannten ja Uhrzeit und Treffpunkt für die Fähre zurück. Das war eine gute Entscheidung, denn die Gruppe war viel zu groß, als dass man etwas Sinnvolles von der Führung hätte mitnehmen können. Zum Glück hielt die Insel einige Caches bereit: 3 Traditionelle Caches, 3 Earth Caches, 1 Mystery Cache und einen Adventure Lab. Wir konnten sie alle finden, das war ein voller Erfolg für die Statistik, denn das sind etwa 10% der Geocaches im gesamten Senegal!

Überall wurden Bilder verkauft, hier ein Quilt.
Der Baobab-Baum war ein beliebtes Motiv.

Die Caches führten uns über die ganze Insel, von den Kanonen aus dem zweiten Weltkrieg im Süden über die Kirche bis zum Freiheitsdenkmal im Norden. Dabei blieb neben dem Cachen auch noch Zeit fürs Shoppen. Es gab kleine Märkte und wenn man erst einmal etwas gekauft hat - in diesem Fall 3 Magnete für insgesamt 5 Euro - soll man gleich noch mehr kaufen. Dörte kann dann nicht nein sagen und schon sind die nächsten 30 Euro futsch. Und dann kommt die nächste Frau an und bettelt, dass man doch auch in ihrem Laden einkaufen solle (Ergebnis: Eine Tasche für 5 Euro).

Kanonen im Süden der Insel

Kirche

Freiheitsdenkmal

Ganz besonders hat es uns gefallen, dass uns zwei Caches bis zur Südspitze der Insel führten. Dieser Weg wird von den Führern nicht angepriesen, er ist für Touristenmassen auch nicht geeignet. Und wenn man nicht weiß, wo der Pfad beginnt, dann findet man ihn auch nicht so leicht. Dementsprechend war es dort, nur wenige Schritte neben dem Touristenstrom, ganz einsam.

Basaltstrukturen an der Südspitze


Auf dem Rückweg erstanden Sue und Dan dann noch einige Bilder. Offensichtlich muss man hier handeln, der Preis ging runter von einem Bild für 80 Dollar auf 3 Bilder für 75 Dollar. Nach dem Abarbeiten aller Caches haben wir uns ein kühles Bier gegönnt. Lecker!

Ein Bier nach getaner Arbeit

Die Fähre ist so rechtzeitig wieder am Schiff angekommen, dass ich noch einen Ausflug machen konnte, um Cola zu besorgen. Google Maps verriet mir einen Supermarkt, der auch am Sonntag geöffnet war und nur 1,5 km entfernt lag. Auf dem Weg konnte ich noch kurz den Unabhängigkeitsplatz von Dakar sehen.

Handelskammer am Unabhängigkeitsplatz

Anmerkungen von Dörte:

Ich habe natürlich Stoff gekauft um afrikanische Einflüsse in meinen demnächst entstehenden Quilt einfließen zu lassen!🤣

Hat er nicht schöne gequiltete Kleidung?

Und ich bin heute um 5.30 Uhr aufgestanden um den 6.00 Uhr Gottesdienst zu besuchen! War aber nicht so schön wie in Reinbek. Man darf auf dem Schiff keine Kerzen entzünden und das fehlt. 

Karte:

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