Freitag, 11. April 2025

Kapstadt, 2. Tag

Heute machten wir einen Ausflug auf eigene Faust nach Robben Island, der Insel, auf der unter anderem Nelson Mandela viele Jahre gefangen gehalten wurde. Die Insel liegt etwa 6 km vor der Küste und ist ungefähr 3 km lang und 2 km breit. Bereits seit dem 17. Jahrhundert wurden Leute auf diese Insel verbannt. Später gab es auch ein Lager für Leprakranke. Von 1961 bis 1991 diente die Insel als Gefängnis, vor allem für die Gegner der Apartheid, aber auch für gewöhnliche Kriminelle. Nelson Mandela verbrachte 18 Jahre seiner 28-jährigen Gefangenschft auf dieser Insel. Heute ist das Gefängnis auf der Insel ein Museum und UNESCO-Wekltkulturerbe.

Hochsicherheitsgefängnis auf Robben Island

Spannend war heute vor allem, ob zeitlich alles so klappt wie geplant. Wir waren wieder früh aufgestanden und fast die ersten, die sich morgens an der Fähre in die Schlange einreihten. Die Fähre fuhr pünktlich los, die Überfahrt dauerte ca. 30 Minuten. Dann wurden die etwa 200 Fahrgäste auf mehrere Busse verteilt und es wurde eine Inselrundfahrt gemacht. Man konnte nur aus dem Bus heraus fotografieren und die Reiseführerin war nur schwer zu verstehen, obwohl sie sich sehr bemühte. In der Schule gäbe es dafür eine 3 minus ...

Kirche für die Leprakranken

Dorfkirche für die Gefängniswärter

Das Highlight der Busrundfahrt war der Stop am Südende der Insel. Hier konnten wir nämlich tatsächlich Pinguine sehen! Laut Cousin Jens sind es Brillenpinguine.

Kolonie von Brillenpinguinen auf Robben Island

Das Museum beschäftigt als Führer ehemalige Häftlinge, wobei es zunächst schwierig war, geeignete Führer zu finden. Niemand wollte an diesen Ort zurückkehren und dauernd an seine Leiden erinnert werden. Nach der Freilassung hatten aber viele ehemalige Insassen Probleme, andere Jobs zu bekommen und so kamen notgedrungen einige wieder zurück, um ihre Familien ernähren zu können. Nach einigen Jahren empfanden sie das auch als heilsam, weil sie über ihre Leiden sprechen konnten. Nichtsdestotrotz ist es schwierig für sie, z. B. weil sie keinerlei Rentenansprüche haben.

Unser Führer durchs Museum

Unser Führer durchs Museum ist so ein Fall - er bekommt nach seiner Pensionierung nur noch einen 3-Monats-Vertrag für die Hauptsaison. Er brachte einen zweiten Erklärer mit: Einen inzwischen befreundeten weißen ehemaligen Gefängnisaufseher. Es war schon interessant, die authentischen Schilderungen von zwei Seiten zu hören.

Die Zelle von Nelson Mandela

Die Führung durch das Gefängnis erfolgte in aller Ruhe und mit vielen Nachfragen. Dörte und ich guckten schon immer auf die Uhr, ob wir auch unsere Fähre zurück nach Kapstadt noch bekommen würden. Wenn wir die verpasst hätten, wäre es schon ein wenig problematisch geworden, denn die Zeit, zu der wir alle zurück sein sollten, war auf 14 Uhr vorgezogen worden. Tatsächlich war die Fähre auf der Rückfahrt voll besetzt und einige Gäste kamen nicht mehr an Bord. Wir aber waren rechtzeitig und fuhren um 12:30 Uhr zurück!!!

Rechtzeitig zurück auf der Queen Anne waren wir allerdings nicht, weil es lange Warteschlangen für die Abfertigung der Ausreise aus Südafrika gab. Wahrscheinlich wären wir auch noch mitgekommen, wenn wir die Fähre zwei Stunden später genommen hätten ...

Langes Warten vor der Passkontrolle

Gleich hinter der Passkontrolle wurden die Reisepässe von der Reederei wieder eingesammelt. Das war meiner Meinung nach wieder mal so eine Kommunikationspanne: Das Einsammeln war nicht vorher angekündigt und es war zunächst niemand da, der verbindlich Auskunft geben konnte, wann wir die Reisepässe zurückerhalten würden. Da wir übermorgen in Namibia auch einen Ausflug auf eigene Faust machen, sind wir darauf angewiesen, die Pässe bei uns zu führen. Ohne einen Reisepass bei sich zu haben das Schiff zu verpassen, das wäre so richtig superblöd. Wir weigerten uns also und gerieten schließlich an einen Offizier, der uns erklären konnte, wofür der Pass gebraucht wird und dass wir ihn rechtzeitig vor dem Besuch in Namibia zurückerhalten. Auf die Frage, warum uns das kein anderer hätte erklären können, lachte er nur und bemerkte, dass er dafür ja auch Streifen auf der Schulterklappe hätte!

Anmerkungen von Dörte:

Die Führung durch die Gebäude begann gleich mit der Anweisung, die IPhones zu zücken und die Hinweistafeln zu fotografieren. "Dann können Sie die zu Hause lesen. Ist langweilig und wir können uns besser unterhalten..." 

Karten:



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