Gestern Abend war Äquatortaufe. Bisher hatte ich eine solche Zeremonie nur tagsüber gesehen, aber eine Inszenierung in der Nacht ist auch nicht schlecht. Es findet ja eine Gerichtsverhandlung vor König Neptun statt und die Anklagepunkte wogen schwer:
- Anzweifeln von Antworten der Quizmaster auf Pubquizfragen
- Reservieren von Liegestühlen mit Handtüchern und Kleidungsstücken
- Blockieren von Fahrstuhltüren und sinnloses Drücken aller Knöpfe
- Blockieren der Gangway durch Nichtbereithalten der Kabinenkarte
- Nichterscheinen bei der Musterstation trotz Aufforderung
| Der Kapitän rechtfertigt sich vor König Neptun |
Der Spruch war: Schuldig in allen Anklagepunkten! Die Strafe: Man musste einen Fisch küssen und bekam Essensreste über den Kopf gegossen. Neptun war hier gnädiger als auf anderen Schiffen, es gab nur ein bis zwei Kellen der Essensreste über den Kopf. Nach einer dreiviertel Stunde war alles vorbei und wir konnten zum Pubquiz gehen.
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| Unsere Freundin Sue wird getauft |
Heute gab es wieder drei Vorträge: Per Ostberg stellte die Frage, ob die Menschheit die technologische Revolution überlebt. Er berichtete, dass die technologische Entwicklung exponentiell voranschreite, wir also für den Zeitraum von 2025 bis 2035 mit genauso vielen technischen Neuerungen rechnen müssen wie zwischen 1925 und 2025. Wichtig wird sein, dass wir immer wieder Neues lernen, denn praktisch alles Wissen ist nach 2,5 Jahren veraltet. Eine Reformierung der Lehrpläne dauere dafür viel zu lange, lebenslanges Lernen ist das Ziel.
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| So lieber nicht ... |
Der zweite Vortrag von Robert Jobson befasste sich mit den Beziehungen von Queen Elisabeth und ihrer Schwester Prinzessin Margaret. Elisabeth konnte ihre Heirat mit Philipp Mountbatten gegen Widerstände durchsetzen und die Ehe verlief im Großen und Ganzen glücklich. Prinz Philipp war allerdings unglücklich darüber, dass seine Kinder nicht den Nachnamen Mountbatten erhielten. Prinzessin Margaret durfte ihre große Liebe, Peter Townsend, nicht heiraten, weil er geschieden war. Queen Elisabeth riet dem Paar, zwei Jahre bis zu Margarets 25. Geburtstag zu warten, denn dann benötigten sie nach einem Gesetz von 1772 nicht mehr die Zustimmung der Queen. Die zwei Jahre bis dahin wurde Peter Townsend nach Brüssel versetzt und das Paar durfte nur per Telefon und Brief kommunizieren. Nach Margarets 25. Geburtstag gab es aber keine schnelle Heirat, denn Regierung und anglikanische Kirche waren immer noch dagegen und Margaret beugte sich. Peter Townsend schrieb in seiner Autobiographie, dass Margaret ihn nur hätte heiraten können, wenn sie bereit gewesen wäre, alles aufzugeben: ihre Position, ihr Prestige und ihre Privatschatulle. Er hätte einfach nicht das Gewicht, das wüsste er, um all das auszugleichen, was sie verloren hätte. Laut Robert Jobson war das ein gutes "Training" für die Queen für die weiteren Geschehnisse rund um Prinzessin Diana.
Der letzte Vortrag war von Dr. Chris Martin über den Begriff informierte Einwilligung und dessen Entwicklung im Laufe der Zeit. Die Durchführung eines Eingriffes ohne Einwilligung ist juristisch Körperverletzung, so einfach ist das. Aber wann muss man überhaupt seine Einwilligung geben? Natürlich immer, auch z. B. beim Blutabnehmen oder beim Zahnarzt - da machen wir es implizit, indem wir den Arm hinhalten oder den Mund öffnen. Besser ist natürlich schriftlich. Er berichtete vom Montgomery-Fall, in dem der britische Supreme Court die Richtlinien für eine informierte Einwilligung festgelegt haben. Immer wenn ein Arzt zu kurz angebunden beim Beratungsgespräch sei, solle man ihn an den Montgomery-Fall erinnern.
Das Go-Spielen am Nachmittag ging mit sieben Vorgabesteinen für mich aus - welch ein Erfolg. Aber Dörte hat sich gleich mit Kartenglück bei der Streitpatience revanchiert.
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| Heute ist Karfreitag: Es gab Hot Cross Buns! |
Anmerkungen von Dörte:
Heute habe ich einen kleinen Elefanten - ich nenne ihn Emma - gebastelt. Wenn man an seinem Schwanz zieht, dann hat man ein Maßband! Sogar in Zentimetern! Wie praktisch ist das denn ? 😆
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| Emma |
Es war wieder hoch interessant, den Damen zuzuhören. Eine amerikanische Trumpanhängerin diskutierte mit zwei Schottinnen. Es gipfelte in der Bemerkung: „Das ist jetzt mal eine intelligente Frage, ob das, was Trump tut, gut für Amerika ist. Ja, das ist es.“ Oha. Vor allem die Behauptung, es wäre doch gut für ein Land, ein Teil der USA zu sein, kam bei den Schottinnen nicht gut an.
Wir haben uns aber dann auf weniger schwierige Themen geeinigt. Männer zum Beispiel. Der Mann einer der Frauen ist zurzeit an Schnupfen erkrankt und alle unsere Männer sind hilflos, wenn sie etwas aus dem Kühlschrank holen sollen.
Und ich wusste nicht, dass es spezielle Stickbücher für Linkshänder(innen) gibt!




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