Freitag, 21. März 2025

Gala in Rot und Gold

Eigentlich hätte der Titel dieses Eintrags "Dörte gewinnt schon wieder beim Go" lauten müssen. Zu meiner Schande muss ich erzählen, dass ich auch die Partie mit 4 Vorgabesteinen verloren habe. Diesmal durch einen dummen Fehler im Endspiel - mein Entsetzensschrei war auf dem ganzen Pooldeck zu hören. Jetzt aber zu etwas Positivem: Gestern Abend war Gala in Rot und Gold und wir haben uns entsprechend fein gemacht.

In Gala-Kleidung

Heute früh habe ich bei meinen Runden auf dem Außendeck beobachten können, wie alle Rettungsboote überprüft wurden. Ich habe mal gefragt, wie häufig das gemacht wird - drei Mal im Jahr. Es sind 22 große Rettungsboote, die jeweils für 150 Personen vorgesehen sind. Sechs davon sind etwas luxuriöser mit Fenstern ausgestattet, weil sie auch als Tenderboote eingesetzt werden. Dann dürfen aber nur 120 Personen mitfahren. 

Rettungsboot für 150 Personen

Ausführung mit Fenstern als Tenderboot

Schnell mal durchgerechnet: 22*150 = 3300 - das würde bei 2996 Passagieren und 1225 Crew-Mitgliedern nicht reichen. Aber es gibt noch zig kleinere Rettungsboote für jeweils 35 Personen. Das klingt schon besser, aber wenn die Rettungsboote auf einer Seite nicht zur Verfügung stünden, z. B. weil das Schiff auf der Seite läge, dann wäre es eng ...

Rettungsboote für 35 Personen

Heute habe ich mir 3 Vorträge angehört: Der erste war von Rico Hizon, einem Nachrichtenmoderator, der bei CNBC, BBC World und CNN gearbeitet hat. Leider hat er nur einen Bewerbungsvortrag über sich selbst gehalten und nicht einmal Anekdoten erzählt. Am lustigsten waren die Filmausschnitte, in denen er Ernie und Bert sowie Graf Zahl aus der Sesamstraße interviewt hat. 

Der zweite Vortrag war am besten. Er wurde von dem Piloten Chris Rigby zu dem Thema "Wie in aller Welt kann das Ding fliegen?" gehalten. Es war ein sehr interessanter Vortrag über die Geschichte der Luftfahrt, von Bildern aus den Anfängen des Fliegens über Erklärungen zu Luftströmen bis hin zum Aufbau von Düsenantrieben. Er zeigte unter anderem, wie die Auswirkungen von Vogelschlag getestet werden: Die Tester kaufen Tausende von tiefgekühlten 4-Pfund-Hähnchen ein, die dann für die Simulation verwendet werden. Captain Rigby hatte sich immer gewundert, warum diese nicht mehr Schäden an den Triebwerken verursachen, bis er einmal einen solchen Tester im Publikum hatte. Der korrigierte ihn dann und hat angegeben, dass die Hähnchen vorher aufgetaut werden. Captain Rigby sprach dann auch noch über die Sauerstoffmasken, die wir alle vor dem Start jedes Fluges erklärt bekommen. Diese Masken haben jede eine eigene Sauerstoffpatrone, die durch das Heranziehen der Maske aktiviert wird. Der Sauerstoff reicht dann für 20 Minuten, in denen der Pilot das Flugzeug auf 2000 m Höhe runterbringen muss. Das würde sich wie ein Sturzflug anfühlen, alle Passagiere hätten Angst und würden denken, dass sie sterben. Er schlug vor, die Masken einfach wegzulassen (außer für die Piloten natürlich), denn dann würde man ohnmächtig, wachte auf 2000 m Höhe wieder auf und würde glauben, man habe schlecht geträumt.

Der letzte Vortrag war von Simon Leak über die Ausbildung von Rangern zum Schutz vor Wilderei in Afrika. Er schilderte, wie die Kandidaten ausgesucht wurden. Da gab es auch politische Interessen, denn es waren z. B. Kinder von Stammeshäuptlingen dabei und es gab eine Liste von 15 Kandidaten, die nicht durchfallen durften. Damit sind sie dann wie folgt umgegangen: 12 von diesen Kandidaten waren sowieso gut genug, um sich zu qualifizieren, und 3 waren es nicht. Bei diesen 12 Kandidaten haben sie die Noten nach unten manipuliert, als ob sie auch nicht qualifiziert wären. Und in den Verhandlungen haben sie nur diese 12 dann bestehen lassen.

Nach der peinlichen Niederlage im Go hatte ich keine Lust mehr auf weitere Spiele gegen Dörte. Also sind wir zum Pubquiz gegangen. Diesmal haben wir zusammen mit einem netten Paar aus Brisbane ein Team gebildet und hatten immerhin 13 von 20 richtig. Die beiden sind erst in Hongkong zugestiegen und haben daher den Tropensturm Alfred zuhause miterlebt. Letztlich war es für sie dann nur heftiger Regenfall. Die Behörden waren sehr vorsichtig und haben über ganz Brisbane einen dreitägigen Lockdown verhängt - fast wie bei Covid. Es war wohl die richtige Entscheidung, nicht dahin zu fahren!

Anmerkungen von Dörte:

Eine Frage beim Pubquiz war über Filme von Johnny Depp. Ich konnte mit Yvette aus Brisbane über den wunderbaren Film "Don Juan DeMarco" reden. Die Männer haben sich gleich abgewandt, als von der wunderbaren Szene mit dem Handkuss die Rede war. Es ist halt ein echter Frauenfilm. 

Habe mich heute mit einem Engländer unterhalten (bei der Army gewesen und an diversen Orten in Asien stationiert gewesen). Dieser beklagte sich darüber, dass auf dieser Reise zu viele Personen nur Kurzstrecken gebucht haben und dass man sich nicht kennen würde. Er führte dann weiter aus, dass man sich ja nicht unbedingt unterhalten müsse, aber ein Kopfnicken und gegenseitiges Erkennen beim Gang durchs Schiff - das würde er schon vermissen. Er wird nächstes Mal wieder eine "alte" Queen buchen. 

Technische Anmerkungen:

Heute Nacht werden die Uhren wieder zurückgestellt, dann ist es bei uns nur noch 6 Stunden später als in Deutschland.

1 Kommentar:

  1. Moin Ihr beiden, was Jan meint sind Rettungsinseln. Da man weiß, dass Rettungsmittel ausfallen können hat man überzählige an Bord.
    Gruss Martin

    AntwortenLöschen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.