Manchmal lösen sich ja Probleme von selbst: Heute wurden auf dem Pooldeck Kisten zu 24 Miniflaschen Diet Coke verkauft - für 15 US-Dollar. Da kommt dann noch 2,25 US-Dollar Service-Gebühr dazu, aber auch dann ist das ein Preis der beim Bruchteil des Bar-Preises und nur knapp über der Selbstversorgung an Land liegt.
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| Diet-Coke im Sonderangebot |
Hinterher habe ich mich allerdings ein wenig geärgert, dass ich nicht gleich drei Kisten bestellt hatte. 24 Flaschen sind ja nur 4,8 Liter - damit komme ich nicht bis nach Hamburg … Die Kiste wurde übrigens ganz bequem auf die Kabine geliefert.
Gestern Abend sind in der Show die Tap Step Brothers aufgetreten. Es war eine Zwei-Mann-Show mit Steptanz, sowohl Musical-Nummern als auch irische Tänze. Die Integration mit der Video-Wall im Hintergrund war gelungen, wie z. B. mit dem Film "Happy Feet", wo sie als Pinguine verkleidet zwischen lauter Trickfilm-Pinguinen tanzten.
Heute habe ich weitere Vorträge gehört: Keith Hockton berichtete über Kriege in Malaysia ab dem zweiten Weltkrieg. Bei Ausbruch des Krieges bestand Malaysia aus britischen Kolonien und es blieb friedlich bis zur Invasion der Japaner. Die begann am selben Tag wie der Angriff der Japaner auf Pearl Harbour. Auf der Insel Penang - genau wo wir vorgestern waren - haben die Briten die Insel in einer geheimen Nacht- und Nebelaktion evakuiert. Dummerweise beließen sie den Union Jack auf dem Fort, was zu weiteren unnötigen Bombardements und ungefähr 5000 Toten unter den verbliebenen Asiaten führte.
Keith Hockton berichtete auch von einzelnen Heldengeschichten aus dieser Zeit an den Beispielen von Doris van der Stratten und Freddie Spencer Chapman Bemerkenswerte Geschichten, wer mehr wissen will, folge bitte den Links.
Nach dem zweiten Weltkrieg gab es zwei weitere Kriege hier: Von 1948 bis 1960 gab es einen Guerilla-Krieg der Briten gegen die kommunistische MNLA. Man nannte es nicht Krieg, sondern Malayan Emergency - damit die Versicherung Schäden bezahlt. Malaya, der Vorgängerstaat von Malaysia wurde 1957 unabhängig, aber die Briten hatten noch die Kolonien Nord-Borneo und Sarawak. Diese Kolonien, ebenso wie Brunei und Singapur, sollten 1963 in den neuen Staat Malaysia integriert werden. Indonesien beanspruchte diese Gebiete aber für sich und daraus entstand 1963 der Konflikt Konfrontasi, der 1966 mit einem Friedensvertrag endete.
Im zweiten Vortrag berichtete Flugkapitän Rigby über die Entwicklung von Überschallflugzeugen. Unter anderem erwähnte er Jacqueline Cochran, die als erste Frau der Welt die Schallmauer durchbrach. Sie hält immer noch mehr Bestleistungen als jeder andere Flieger, ob Mann oder Frau.
Der dritte Vortrag erzählte die Geschichte von Mary Bryant. Sie wurde als Strafgefangene mit der First Fleet nach Australien deportiert. Sie war eine der ersten, denen von dort eine Flucht gelang. Dazu war eine Seefahrt in einem offenen Boot über 3000 Meilen bis nach Ost-Timor nötig. Das ist ziemlich genau dieselbe Strecke, die der ausgesetzte Kapitän Bligh von der Bounty zurücklegte - nur war der ein ausgebildeter Seemann und Navigator!
Der vierte Vortrag war auf Deutsch und wurde von dem Zeit-Journalisten Stephan Lamby gehalten. Er versuchte, die Bedeutung von Trumps Wahlsieg für Europa zu ergründen. Kurz zusammengefasst: Es sieht überhaupt nicht rosig aus. Trump ist ein Geschäftsmann, der in Putin einen potentiellen Handelspartner sieht und dem Europa ziemlich egal ist. Stephan Lamby sah nur einen winzigen Lichtblick darin, dass Europa unter dem äußeren Druck stärker zusammenwachsen könnte.
Anmerkungen von Dörte:
Jan hat vergessen zu erwähnen, dass die Tap-Brothers heute einen Workshop angeboten haben - im Stepptanz natürlich. Wir haben kurz überlegt, aber dann doch nicht daran teilgenommen.
Ich habe heute meine Stickerei fertiggestellt.
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| Das muss jetzt nur noch zu einem Kissen verarbeitet werden. |
Ich war bei den letzten Stichen, als ein Herr vorbeikam und meinte: „Oh, das ist ja ein Gerda Bengtsson Muster. Möchten Sie mal meine Stickmuster sehen?“ Und dann hat er mehrere Arbeiten vorbeigebracht, an denen er parallel arbeitet. Darunter war eine große Tischdecke, an der er schon seit 20 Jahren arbeitet und bei der nur noch der Hohlsaum fehlt. Hab leider vergessen ein Foto zu machen, aber das war eine prachtvolle Arbeit. Wir haben dann noch ein wenig fachgesimpelt.


Hallo Dörte,
AntwortenLöschenhabe vor kurzem eine Doku über Königin Margarete gesehen, wo sie beschrieb, wie gut ihr sticken tut. Du befindest dich also in bester Gesellschaft
Martin