Heute haben wir in Port Louis, der Hauptstadt des Inselstaates Mauritius angelegt. Mauritius gilt als Perle des indischen Ozeans, aber irgendwie hat sich Port Louis uns gegenüber nicht so präsentiert. Wir haben uns allerdings auch nur in Port Louis aufgehalten und das ist bestimmt nicht der schönste Teil der Insel.
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| Die berühmte Briefmarke, hier als Magnet |
Begonnen hat der Tag mit einem Schiffsmanöver, als wir beim Frühstück vom Restaurant aus beobachteten, wie ein Tankschiff längsseits kam. Dörte liebt es ja, solche Manöver zu beobachten, und das Restaurant war der ideale Platz dafür.
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| Dörte beobachtet Schiffsmanöver |
Wir wurden mit einem Shuttle-Bus zur Caudan Waterfront gefahren, einem Einkaufszentrum an der Hafenbucht. Als wir dort nach 20 Minuten Fahrt durch dicken Stau endlich ankamen, fingen alle an zu lachen: Wir waren keine 200 Meter vom Schiff entfernt, allerdings auf der anderen Seite der Bucht.
| Queen Anne mit Tankschiff |
Als erstes stellten wir enttäuscht fest, dass die für Mauritius eingekauften eSIMs schlecht bis gar nicht funktionierten. Wir hatten also kein Google Maps zur Verfügung, aber immerhin die OpenStreetMap Karten auf meinem etrex 20. Dort hatte ich auch die zwei infrage kommenden Geocaches aufgespielt. Lehre für die Zukunft: Den Offline-Fall beim Landgang kann man besser vorbereiten, z. B. durch Wegpunkte für den Hafeneingang, den Absetzpunkt des Shuttle-Busses, anvisierte Museen, Geldautomaten und vorgesehene Bushaltestellen. Den Geldautomaten fanden wir, nachdem Dörte gefragt hatte. Alle Leute, die Dörte gefragt hatte, waren sehr freundlich und sprachen Englisch - obwohl Französisch hier die wichtigere Sprache ist.
Ihr lest bestimmt schon zwischen den Zeilen und es war auch so: Dörte hat gefragt und ich habe mich auf unvollkommene Daten auf meinem etrex verlassen. Und jedes einzelne Mal lag ich falsch und Dörte richtig. Könnt Ihr Euch meine Laune vorstellen?
Den ersten virtuellen Cache gab es im Blue Penny Museum. Die berühmte Briefmarke musste man sich natürlich ansehen. Sie wird nur für 10 Minuten pro Stunde in einem abgedunkelten Raum beleuchtet, in den übrigen 50 Minuten wird das Licht bei einem Nachdruck angeschaltet. Fotografieren durfte man in diesem abgedunkelten Raum allerdings nicht. Ich wunderte mich über den Eintritt (350 MUR = ca. 7 EUR), denn ich hatte im Internet 90 MUR gelesen. Leider hatte ich beim Post Museum nachgeschaut, das ist anderes Museum!
Dörte hatte dann die wirklich gute Idee, eine Postkarte mit dem Motiv der Mauritius-Marke mit einer echten Mauritius-Marke zu versehen und an einen Briefmarkensammler zu schicken. Leider gab es im Museum keine aktuellen und gültigen Briefmarken, also mussten wir eine Post suchen. Das war dann der nächste Versager bei der Karte auf dem etrex: Das dort angegebene Postamt gab es nicht. Wir wurden nach Dörtes Fragen zu einem richtigen Postamt geschickt, standen dann davor und fanden den Eingang nicht und Dörte musste nochmal fragen. Dörte hat viel gefragt und ich habe viel versagt …
Bei der Post war man sehr freundlich zu uns und wir konnten dort sogar unsere Ausdrucke machen lassen. Wir brauchen das e-Visum für Namibia auf Papier und das Purser's Office vom Schiff hatte es bisher noch nicht hingekriegt, uns den Ausdruck auf die Kabine zu senden.
Jetzt hatten wir zwei Möglichkeiten vorbereitet: Variante 1: Mit dem Bus Nummer 22 nach Pamplemousses zu fahren und den botanischen Garten anzusehen. Dort soll es auch Moorhühner geben, die wollte Dörte gerne einmal fotografieren. Variante 2: Zur Zitadelle aufsteigen und den einzigen anderen gut erreichbaren Cache suchen. Dörte überließ mir die Entscheidung und ich wählte Pamplemousses. Da käme man aus diesem verdammten Port Louis heraus und würde vielleicht was Schöneres sehen. Pustekuchen, denn angeleitet durch mein etrex habe ich zielsicher den falschen Busbahnhof anvisiert. Wir hätten den Busbahnhof im Norden nehmen sollen!
Ich ärgerte mich über mich selbst und wollte am liebsten allein sein. Dann könnte ich vor mich hinmüffeln, ohne dass es Dörte störte. Ich schwenkte also um auf Variante 2 (dafür brauchte man weder Geld noch Internet) und bot Dörte an, dass sie zurück zum Schiff gehen und vorher noch das Geld ausgeben könne. Das würde ihr 2,5 Kilometer Weg und viele Treppenstufen ersparen.
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| Endlich sah ich einen hübschen Park |
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| Treppenstufen zur Zitadelle |
So bin ich dann alleine zur Zitadelle hochgestiegen und dabei habe ich mich wieder etwas beruhigt. Es waren auch nur etwas mehr als 100 Stufen, allerdings ziemlich hohe Stufen. Die Aussicht von oben war schön, aber nicht überwältigend. Auch von oben hat mir Port Louis nicht besonders gefallen.
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| Aussicht von der Zitadelle |
Den Cache habe ich nach kurzer Suche gefunden. Ich hatte ihn gerade in der Hand, da kam eine weitere Geocacherin vorbei, die sehr glücklich war, dass ich ihr das Logbuch zum Eintragen reichen konnte. Nein, keine Passagierin auf unserer Kreuzfahrt, sondern Bustouristin bei einem 10-tägigen Mauritius-Urlaub. Nach dem Cachen habe ich mir noch das Fort angesehen - ganz nett, aber nichts Besonderes.
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| Wehrgang auf dem Fort |
Auf dem Rückweg wollte ich eigentlich direkt zum Schiff laufen. Ich habe die Queen Anne ja von oben gesehen und dachte, dass das nicht weit sein könne. Als Wegpunkt suchte ich mir das Immigration Office auf dem etrex heraus - in der Hoffnung, dass es am Cruise Center liegen würde. Das tat es nicht, es war ein Bürogebäude. Dann sah ich die Queen Anne und ging auf sie zu - bis ich an einen Kanal kam mit der Queen Anne auf der anderen Seite. Ich gab's auf und ging zurück zu dem Punkt, wo uns der Shuttlebus abgesetzt hatte.
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| Moschee in Port Louis |
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| Typische Straßenszene |
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| Was macht die Windmühle hier? |
Heute Abend treffen wir wieder auf unseren Tischnachbarn Salvo, einen gebürtigen Sizilianer. Davor habe ich ein bisschen Bammel, denn ich überredete ihn gestern, der Sopranistin Emer Barry in der Show zuzuhören, weil mir ihre erste Vorstellung sehr gefallen hatte. Und was macht Emer Barry? Sie singt "Nessun Dorma", eine Tenor-Arie aus Turandot. Gut, das hat Aretha Franklin auch schon mal getan, aber was hält ein stolzer Sizilianer davon? Ist das ein Frevel, der noch schlimmer wiegt, als Maccaroni mit dem Messer zu schneiden? Mal sehen ...
Anmerkungen von Dörte:
Ich habe heute - teils notgedrungen - mich mit diversen Leuten kurz unterhalten. Alle waren nett, entspannt und hilfsbereit. Auch ein Straßenschuster war dabei, der sich erkundigte, ob sein Handwerk auch in Deutschland ausgeübt wird. Er hätte gehört, dass man seine Schuhe dort gleich wegwerfe. Das ginge ja gar nicht. (Jan wurde schon unruhig, weil wir so lange geredet haben)
Früher an Bord zu sein hatte auch seine Vorteile. An Bord gab es eine Sega-Tanzaufführung von einer einheimischen Gruppe. Echt mitreißend! Das war wohl eine in Teilen modernisierte Fassung mit Reggae. Und dann hatte ich auch noch ausreichend Zeit um im Whirlpool zu entspannen, weil das Schiff auf 100 Leute warten musste, die im Stau steckten. Das macht es aber nur bei vom Schiff organisierten Ausflügen.
Karte:









Meistens lässt sich Kommunikation vermeiden. Ich hasse es, nach dem Weg fragen zu müssen. Wofür hat man schließlich Tonnen von Offline-Karten heruntergeladen?
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